Bildung

Stadt Dorsten reagiert auf persönliche Vorwürfe. Allgemeiner Sozialer Dienst arbeitet professionell und verantwortungsbewusst für das Wohl von Kindern und Jugendlichen. 

In den letzten Tagen werden in den „Sozialen Medien“ Beiträge verbreitet, die sich offensichtlich aus persönlicher Betroffenheit mit dem Jugendamt der Stadt Dorsten auseinandersetzen. Die Beiträge enthalten teils persönliche Anschuldigungen und falsche Behauptungen. Wir können diesen Aussagen nur schwer entgegentreten, da wir nicht nur den für uns verbindlichen Datenschutz beachten müssen, sondern weil wir auch im Konflikt die Vertraulichkeit wahren, die für eine Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und insbesondere für den Schutz der betroffenen Kinder und Jugendlichen unerlässlich ist.

Trotzdem möchten wir den teilweise grotesken Anschuldigungen widersprechen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachabteilung leisten eine schwierige und herausfordernde Arbeit, bei der sie ausschließlich dem Wohl von Kindern und Jugendlichen verpflichtet sind, jedoch nicht den persönlichen Vorstellungen und Wünschen von Elternteilen. Es liegt in der Natur dieser Aufgabe, dass am Ende auch Entscheidungen getroffen werden (müssen), die nicht die Zustimmung aller Beteiligten finden und konfliktbehaftet bleiben. In diesem Spannungsfeld leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter professionell und verantwortungsbewusst herausragende Arbeit.

Der Stadt Dorsten ist es vor diesem Hintergrund aber wichtig, der Öffentlichkeit einige allgemeine Einblicke in die Arbeit des Jugendamtes und insbesondere des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) zu geben.

Der ASD ist die „Feuerwehr“ des Jugendamtes: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten Familien in schwierigen Lebenslagen, damit aus Spannungen möglichst keine Krisen werden. In vielen Fällen kann die Beratung und Unterstützung Familien stabilisieren und so – um im Bild zu bleiben – Brände verhindern.

Das gelingt leider nicht immer. Manchmal müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schwierige Entscheidungen treffen, um das Wohl von Kindern und Jugendlichen zu sichern.

Wenn dabei Kinder und Jugendliche zu ihrem Schutz in Obhut genommen werden müssen, sind dies die schwierigsten Entscheidungen, die im ASD zu treffen sind. Die Kolleginnen und Kollegen machen sich keine dieser Entscheidungen leicht: Jeder Fall wird unter Beachtung der Rechtslage kollegial und fachlich im Team beraten. Im Zweifel werden zusätzliche Einschätzungen von Gutachtern eingeholt. Oft können Entscheidungen mit Zustimmung der Eltern getroffen werden. Eine Grundvoraussetzung dafür bleibt die kooperative Mitwirkung aller Beteiligten: Die Bereitschaft, eigene Fehler einzugestehen, einander zuzuhören und Kompromisse einzugehen.

Trotzdem gibt es in diesen komplexen Spannungsfeldern Entscheidungen, die konfliktbehaftet bleiben. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn

  • Erziehungsberechtigte so zerstritten sind, dass der Kampf um die Kinder nur noch dazu dient, dem Ex-Partner oder der Ex-Partnerin zu schaden.
  • keine Einsicht in eigene Fehler, Herausforderungen oder Krankheiten besteht.
  • die Mitwirkung bewusst unterlaufen wird.
  • Eltern vollkommen unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was „gut“ für ein Kind ist.
  • die Rolle des Jugendamtes darauf reduziert wird, individuelle Wünsche einzelner Elternteile zu erfüllen bzw. gegenüber dem Ex-Partner / der Ex-Partnerin durchzusetzen.

Können Konflikte nicht gelöst werden, gibt es klare Verfahren und Kontrollmöglichkeiten: Die fachliche Entscheidung muss dann durch das Familiengericht überprüft werden. Die erste Instanz bei uns ist das Amtsgericht Dorsten. Gegen dessen Beschlüsse können Beschwerden beim Oberlandesgericht (OLG) und beim Bundesgerichtshof (BGH) erhoben werden. Betroffenen steht also jederzeit der Rechtsweg offen.

Auch in diesen Fällen bleiben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD aber weiter Vermittler in vielfach hochkomplexen, emotionalen, belastenden Familiensituationen. Für uns ist dabei immer das Wohl und der Schutz von Kindern und Jugendlichen der Maßstab unserer Arbeit.

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