Kultur und Schule
Künstlerische Aktivität und kulturelle Bildung sind wichtig für die Entwicklung von jungen Menschen. Das NRW Landesprogramm Kultur und Schule ermöglicht es Schulen, über ein ganzes Schuljahr begleitende und ergänzende Kunstprojekte außerhalb des Unterrichtes anzubieten. Wir beraten Schulen bei der Projektentwicklung und der Auswahl der Künstler, unterstützen sie bei der Finanzierung und bei der Beantragung der Projekte bei der Bezirksregierung.
Im Schuljahr 2026/27 gehen folgende fünf Projekte an den Start.
Haldenwang-Schule
Förderschule mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung
Formen, Fühlen, Ausdrücken - Kreatives Arbeiten mit Ton
Das Projekt ermöglicht einen ganzheitlichen Zugang zu individuellen Ausdrucksformen, der sowohl handlungs- als auch wahrnehmungsorientiert gestaltet ist. Der Werkstoff Ton bietet durch seine formbare und sinnlich erfahrbare Beschaffenheit einen direkten Zugang zu kreativem Tun und entspricht damit den zentralen Prinzipien der Basalen Stimulation sowie eines ressourcenorientierten Förderansatzes. Die Arbeit mit Ton eröffnet vielfältige nonverbale Ausdrucksmöglichkeiten: Durch grundlegende Tätigkeiten wie Kneten, Drücken, Formen und Strukturieren werden innere Bilder, Emotionen und Erfahrungen sichtbar – unabhängig von sprachlichen Fähigkeiten. Im Mittelpunkt steht der Gestaltungsprozess, der Selbstwirksamkeit erfahrbar macht und das Verständnis von Ursache und Wirkung fördert.
Die individuellen Förderpotenziale sind breit gefächert:
- Schülerinnen und Schüler mit kognitiven Beeinträchtigungen profitieren von der unmittelbaren Rückmeldung auf ihr Handeln und dem Lernen durch konkrete Erfahrungen.
- Kinder mit eingeschränkter Lautsprache nutzen Ton als alternatives Kommunikationsmedium.
- Für Kinder im Autismus-Spektrum bieten strukturierte, wiederholbare Abläufe und kontrollierbare sensorische Reize Orientierung und Sicherheit.
- Bei motorischen Einschränkungen unterstützt die Arbeit mit Ton die Entwicklung fein- und grobmotorischer Fähigkeiten auf individuellem Niveau.
- Im Bereich der emotional-sozialen Entwicklung wirkt das Material spannungsregulierend und stabilisierend.
- Die intensive taktile und propriozeptive Wahrnehmung fördert grundlegende Prozesse der sensorischen Integration.
Das Projekt folgt einem differenzierten, individualisierten Ansatz mit offenen und angeleiteten Gestaltungsphasen. Ziel ist es, Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern, Selbstwirksamkeit zu stärken und Teilhabe durch kreative Prozesse zu fördern.
Projektbegleitende Künstlerin: Carmen Brügge
Plastisches Gestalten in Ton: Ausdruck und Teilhabe
Das Projekt bietet einen ganzheitlichen, handlungs- und wahrnehmungsorientierten Zugang zu individuellen Ausdrucksformen. Der Werkstoff Ton ist formbar und sinnlich erfahrbar. Er ermöglicht einen unmittelbaren Zugang zu kreativem Handeln und richtet sich nach den zentralen Prinzipien der Basalen Stimulation, also der Förderung über einfache Sinnesreize, sowie eines ressourcenorientierten Förderansatzes, der an vorhandene Stärken anknüpft.
Die Lerngruppe besteht aus Schüler:innen, die bereits im Vorjahr an einem Tonprojekt teilgenommen haben, sowie aus neuen Teilnehmenden. Dadurch entsteht eine heterogene Gruppe, in der vorhandene Kompetenzen aufgegriffen und erweitert werden können. Erfahrene Schüler:innen vertiefen ihre motorischen Fähigkeiten, ihren Selbstausdruck und ihre Selbstregulation. Gleichzeitig bieten sie Orientierung und Unterstützung für neue Teilnehmende, wodurch gezielt soziale Lernprozesse angeregt werden.
Die Arbeit mit Ton eröffnet vielfältige nonverbale Ausdrucksmöglichkeiten. Durch elementare Handlungen wie Kneten, Drücken, Formen und Strukturieren können innere Bilder, Emotionen und Erfahrungen sichtbar werden – unabhängig von sprachlichen Kompetenzen. Im Mittelpunkt steht der Gestaltungsprozess. Er schafft Raum für eigene Ideen, individuelle Kreativität und selbstbestimmtes Arbeiten.
Ein zentrales Element des Projekts ist die Entwicklung eigener Werkstücke. Perspektivisch ist geplant, gemeinsam mit den Schüler:innen keramische Arbeiten zu gestalten, die zur ästhetischen Ausgestaltung von Räumen innerhalb der Schule beitragen, zum Beispiel Wandreliefs oder Objekte für Gemeinschaftsbereiche. Durch die kreative Umsetzung dieses Vorhabens entsteht ein konkreter Bezug zur Schule, der identitätsstiftende Mitbestimmung der Schüler:innen ermöglicht.
Die Angebote finden in einem differenzierten, individualisierten Rahmen statt, mit überwiegend angeleiteten Gestaltungsphasen und der Möglichkeit zu freiem Arbeiten. Die Arbeit mit Ton schafft einen geschützten Erfahrungsraum, in dem innere Wahrnehmung und äußerer Raum zur emotionalen Selbstregulation genutzt werden können. So können die Schüler:innen ihre Wahrnehmungsfähigkeit und Selbststeuerung weiterentwickeln, was sich positiv auf Konzentrationsfähigkeit, allgemeines Wohlbefinden und soziale Interaktion auswirkt.
Projektbegleitende Künstlerin: Carmen Brügge
Neue Schule Dorsten
Sekundarschule
UNESCO Ziele im Urban Art Style
Gemeinsam mit den Schüler_innen entsteht im Innenbereich des Schulhofes ein Wandbild in der Kunstform Streetart/Graffiti (Urban Art).
Zu Beginn des Projektes erhalten die Schüler_innen einen Überblick über die Geschichte und den Hintergrund von Graffiti und Streetart. Die künstlerische Bewegung wird vorgestellt und das Thema auf gesellschaftliche sowie politische Aspekte bezogen.
Im weiteren Verlauf werden Ideen für die Wandgestaltung entwickelt, wobei ein Schwerpunkt auf nachhaltigen Konzepten liegt. Die Schüler_innen erhalten die Möglichkeit, verschiedene Ausdrucksformen kennenzulernen und eigene Ideen umzusetzen. Die Gestaltung erfolgt unter Anleitung, wobei Partizipation und das Gefühl von Eigenverantwortung im Vordergrund stehen.
Nach einer gemeinsamen Ideensammlung und dem Skizzieren werden erste Entwürfe erstellt. Übungen zur Geschwindigkeit beim Sprühen und zum Umgang mit Farben unterstützen den Lernprozess.
Das Wandbild wird anschließend in mehreren Arbeitsschritten umgesetzt. Während der Arbeit kommen Atemschutzmasken und Handschuhe zum Einsatz, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Projektbegleitender Künstler: Martin Domagala
Gesamtschule Wulfen
Integrierte Gesamtschule
Bewegte Bühne
Das Projekt „Bewegte Bühne“ verbindet Tanz und Schauspiel zu einem künstlerischen Prozess, in dem die individuelle Ausdruckskraft entdeckt und umgesetzt werden kann. Ausgangspunkt sind emotionale und szenische Arbeiten, bei denen improvisatorische Elemente eine zentrale Rolle spielen. Die Teilnehmer*innen lernen, den Körper ebenso wie die Stimme als Ausdrucksmittel einzusetzen. Grundlegende Techniken aus Tanz und Schauspiel, wie Bewegung, Rollenarbeit, Ensemblearbeit und Rhythmus, werden vermittelt.
Im Verlauf des Projekts steht die Entwicklung eines eigenen Stücks im Mittelpunkt. Das Stück entsteht aus der kreativen Zusammenarbeit im Ensemble und orientiert sich an Themen, die für die Gruppe relevant sind. Die Erarbeitung kurzer Szenen und das gemeinsame Proben fördern Teamfähigkeit, Selbstvertrauen und kulturelle Teilhabe.
Diskussionen über Inhalte, Bewegungsmaterial und künstlerische Gestaltung begleiten den Prozess. „Bewegte Bühne“ eröffnet einen Zugang zu kulturellen Bildungsangeboten und zeigt, wie Tanz und Schauspiel als gemeinsame Kunstform neue Perspektiven ermöglichen.
Projektbegleitende Künstlerin: Laura Hülsmann
In Bewegung kommen - Ausdruck, Vertrauen und Gemeinschaft durch Tanz und Akrobatik
Das Projekt „In Bewegung kommen“ verbindet Tanz und Akrobatik zu einem kulturellen Bildungsangebot für Schüler*innen. Der menschliche Körper dient als Ausdrucksmittel, mit dem Gefühle, Gedanken und Ideen sichtbar gemacht werden können. Das Projekt eröffnet einen Zugang zu künstlerischem Ausdruck und fördert zugleich Bewegungsfreude sowie soziale Kompetenzen.
Zu Beginn des Projekts werden grundlegende Techniken aus Tanz und Akrobatik vermittelt. Rhythmus, Raumorientierung und Körperwahrnehmung stehen im Mittelpunkt. Die Schüler*innen erhalten die Möglichkeit, eigene Stärken zu entdecken und weiterzuentwickeln. Besonders wichtig ist es, Vertrauen aufzubauen, sich gegenseitig zu unterstützen und aufeinander zu achten. Die empathische Zusammenarbeit in der Gruppe wird durch gemeinsame Aufgaben und Übungen gestärkt.
Im weiteren Verlauf werden kreative Gestaltungsprozesse angeregt, bei denen individuelle Ausdrucksformen entstehen. Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, Selbstvertrauen und Konzentrationsfähigkeit zu fördern. Die Schüler*innen präsentieren am Ende des Projekts ihre Ergebnisse in einer Aufführung und erfahren so Selbstwirksamkeit und Wertschätzung.
Das Projekt leistet einen nachhaltigen Beitrag zur kreativen und sozialen Entwicklung. Bewegungsangebote ergänzen den schulischen Alltag auf sinnvolle Weise und fördern kreative Ausdrucksfähigkeit, Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen.
Projektbegleitender Künstler: Thomas Kunfira
