Ausstellung

Claudia Schnitzler zeigt im Bürgermeisterbüro Kunst aus Alltagsmaterialien und rückt mit ihrer Ausstellung Themen wie Nachhaltigkeit und Konsum in den Fokus

BildStadt Dorsten
Auf dem Foto: Künstlerin Claudia Schnitzler zu Besuch im Büro von Bürgermeister Tobias Stockhoff vor Werken ihrer Ausstellung.

Die Räumlichkeiten des Bürgermeisterbüros im Dorstener Rathaus bieten erneut Raum für Kunst: Seit kurzem sind dort Werke der Dorstener Künstlerin Claudia Schnitzler zu sehen. In ihrer Ausstellung beschäftigt sie sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Konsum und dem bewussten Umgang mit Ressourcen – und nutzt dafür Materialien, die fast jeder aus dem Alltag kennt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht unter anderem die Werkreihe „Netzkultur“. Die Idee dazu entstand spontan beim Einkaufen, erzählt die Künstlerin: „Mir ist aufgefallen, wie viele unterschiedliche Netze für Lebensmittelverpackungen genutzt werden.“ Aus diesen scheinbar gewöhnlichen Materialien entwickelt Claudia Schnitzler groß- und kleinformatige Kunstwerke, die neue Perspektiven auf alltägliche Gegenstände eröffnen. Durch die Zweckentfremdung werden Massenprodukte selbst zum zentralen Bestandteil der Kunst.

„Mich interessiert, was hinter den Dingen steckt, die uns täglich begegnen“, sagt Claudia Schnitzler. „DIN-Normen, EU-Richtlinien, Hygienevorschriften oder Transportwege prägen unseren Alltag oft unbemerkt mit. Mit meinen Arbeiten möchte ich Fragen stellen: Was ist zu viel? Was ist ausreichend? Und wie können wir bewusster mit Ressourcen umgehen?“

Neben Kunststoffnetzen verarbeitet die Künstlerin auch andere Materialien des täglichen Lebens – darunter Kassettenbänder, Rettungsdecken, Folien, Kartons und vieles mehr. Gerade bekannte Gegenstände, die nahezu jede und jeder schon einmal in der Hand hatte, üben für sie einen besonderen Reiz aus. Dabei spielt auch die Materialität eine große Rolle: Viele ihrer Arbeiten entstehen aus Zivilisatorischen Restprodukten, die inspiriert durch ihre Struktur, Form und Stabilität, zu Raum- oder Wandobjekten entwickelt werden.

Auch die Fotografie gehört zu Claudia Schnitzlers künstlerischem Schaffen. Im Besprechungsraum des Bürgermeisterbüros sind daher zusätzlich Fotografien auf Wabenkarton zu sehen, mit Bezug zum alten Dorstener Bahnhof.

Bürgermeister Tobias Stockhoff ist beeindruckt von der Ausstellung: „Die Arbeiten von Claudia Schnitzler regen dazu an, den Blick auf alltägliche Dinge zu verändern. Aus Materialien, die sonst oft achtlos entsorgt werden, entstehen Kunstwerke mit einer starken Aussage. Besonders spannend finde ich, wie sie Themen wie Nachhaltigkeit und Ressourcenbewusstsein auf kreative und zugleich leicht zugängliche Weise vermittelt.“

Claudia Schnitzler lebt seit 2007 in Dorsten und ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der regionalen Kunstszene. Sie engagiert sich unter anderem im Kunstverein VirtuellVisuell e. V., ist Mitinitiatorin der franz* Kultur-Mitte Dorsten und kuratiert regelmäßig Ausstellungen und Kunstprojekte. Nach ihrem Studium der Geographie absolvierte sie von 2012 bis 2015 ein Basisstudium der Bildhauerei in der Bildhauerhalle Bonn. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in der Region und darüber hinaus zu sehen.

Hinweis: Die Ausstellung im Bürgermeisterbüro ist Teil einer langjährigen Tradition: Regelmäßig stellen Mitglieder des Dorstener Kunstvereins oder des Vereins VirtuellVisuell e.V. ihre Werke im Rathaus aus. Die Ausstellungen wechseln in der Regel halbjährlich und bieten dabei immer wieder neue Einblicke in die Kunstszene der Region.

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