„Erinnern für die Zukunft“

Am 22. März 1945 wurden Wulfen und Dorsten bombardiert, die Altstadt dabei weitgehend zerstört. Am Jahrestag wird an beiden Orten der Zerstörungen und der Opfer gedacht.

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Das historische Luftbild zeigt die Altstadt um 1952. Sieben Jahre nach Kriegsende sind einige Häuser bereits neu gebaut, es gibt aber noch immer zahlreiche Lücken, die die Bomben am 22. März 1945 ins Stadtbild gerissen haben. Das Luftbild kann im Geodatenportal der Stadt Dorsten aufgerufen werden: https://geodatenportal.dorsten.de/Dorsten/?layerIds=E-910003&visibility=true&transparency=0¢er=359240.4200000017,5725279.000000016&zoomLevel=6 Foto: Regionalverband Ruhr, 1952, dl-de/by-2- / Geodatenportal der Stadt Dorsten

Der 22. März 1945 hat eine besondere Bedeutung im Erinnerungskalender der Stadt Dorsten: Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges wurden an diesem Tag die Altstadt und das Dorf Wulfen durch schwere Bombenangriffe stark zerstört. Zum 81. Jahrestag wird auch in diesem Jahr an die Zerstörungen und die zahlreichen Opfer erinnert.

Am 22. März 1945, morgens um 10.10 Uhr, griffen amerikanische Bomberverbände zunächst das Dorf Wulfen an: St. Matthäus-Kirche, Bahnhof, Friedhof und einige Wohnhäuser wurden getroffen, 23 Menschen verloren ihr Leben. Am frühen Nachmittag gegen 14 Uhr war dann die Altstadt Ziel eines Angriffs: 377 Tonnen Luftminen und Sprengbomben fielen auf die Dorstener Innenstadt. In weniger als 20 Minuten hatten alliierte Bombergeschwader die Lippestadt in ein flammendes Inferno verwandelt.  Die historische Altstadt wurde nahezu komplett zerstört.  Fast 300 Menschen starben, 700 Familien wurden obdachlos.

In Wulfen beginnt das Gedenken an diesen Tag mit dem Gottesdienst in St. Matthäus um 9 Uhr, musikalisch begleitet durch den Kirchenchor Cantus St. Matthäus. Ab 10 Uhr lädt der Heimatverein Wulfen neben der Kirche (bei Regen im Gebäude) zu einer Gedenkstunde ein, die vom Kirchenchor und von der Montessori-Schule sowie der Gesamtschule Wulfen mitgestaltet wird. Anschließend (ca. 11.15 Uhr) wird im Matthäusheim ein Film gezeigt, in dem Zeitzeugen im Gespräch mit Schüler_innen des St. Ursula-Gymnasiums von ihrem Leben als Schulkind im Nationalsozialismus, über den Tag der Zerstörung und das Weiterleben nach dem Krieg berichten.

In Dorsten wird am Morgen zum Hochamt in der St. Agatha-Kirche um 11 Uhr sowie nochmals um 14 Uhr die Totenglocke läuten und wird im Gottesdienst in einer Schweigeminute der Opfer dieses Tages gedacht. Am Nachmittag um 14 Uhr laden die Franziskaner in der Innenstadt zu einer Andacht zum Gedenken in die Klosterkirche ein.

Direkt anschließend – ca. 14.30 Uhr – lädt Stadtführerin Petra Eißing zu einem Rundgang „auf den Spuren der zerstörten Stadt“ ein. Start ist am Franziskaner-Kloster an der Lippestraße. Auf dem Weg zeigt Petra Eißing Bilder von Orten und Gebäuden, die durch Bomben zerstört wurden. Die Teilnehmer_innen können diese mit den aktuellen Gebäuden und Ansichten vergleichen. Die Teilnahme ist kostenlos, für die Planung wird jedoch um Anmeldung gebeten unter der Rufnummer 02362 66-30 60 oder per E-Mail an stadtagentur@dorsten.de.

Bürgermeister Tobias Stockhoff ist dankbar, dass viele Akteure der Stadtgesellschaft die Erinnerung an diesen einschneidenden Tag der Stadtgeschichte lebendig halten. „Die Bomben fielen nicht aus heiterem Himmel auf Dorsten, sondern waren die Antwort auf Nazi-Verbrechen, die ihren Ursprung in unserem Land haben. Sie gehörten zur letzten Offensive der Alliierten in einem Krieg, den Deutschland begonnen und im März 1945 längst verloren hatte. Die Erinnerung an diese Schrecken und die Trauer um die Opfer mahnen uns, entschieden für Demokratie und Völkerverständigung  einzutreten. Unser Stadtdialog für Menschenwürde, Demokratie und Respekt und unsere Städtefreundschaften in aller Welt gehören zu den Lehrern, die wir aus dieser Geschichte für die Zukunft gezogen haben.“

 

 

 

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