Afghanistan-Einsatz

Marc Hinzmann, Bundeswehr-Offizier aus Dorsten, berichtet am 7. Mai 2026 in der VHS von seinen Erlebnissen bei der Evakuierungsmission 2021 am Flughafen von Kabul. 

BildStadt Dorsten
Das Bild zeigt Marc Hinzmann am Wallgraben in Dorsten.

Es waren dramatische Tage im August 2021: In einer schlecht koordinierten Aktion evakuiert die Bundeswehr deutsche Staatsangehörige, afghanische Ortskräfte und gefährdete Personen aus Kabul. Die chaotischen Szenen am Flughafen beherrschen tagelang die Schlagzeilen. Mitten im Geschehen: Oberleutnant Marc Hinzmann. Der Dorstener (35) hat über seine Erlebnisse ein eindringliches Buch geschrieben, das es in die Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat. Am Donnerstag, 7. Mai 2026, liest er um 19.00 Uhr im Forum der VHS aus „Leben und sterben lassen – die letzten Tage der Bundeswehr in Afghanistan“ und steht natürlich auch für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Marc Hinzmann, aufgewachsen in Barkenberg, hier aktiv unter anderem bei den Fußballern von SuS Grün-Weiß, verpflichtet sich 2012 bei der Bundeswehr. Im August 2021 wird er als Feldjäger und Militärpolizist nach Kabul beordert für die Evakuierungsmission. Am Nordtor des Flughafens soll seine Truppe eine Schleuse einrichten. Die jungen Soldaten sollen hier entscheiden, wer in die rettenden Flugzeuge darf – und wer nicht. Bei diesen Entscheidungen im Minutentakt und ohne brauchbare Dokumentenlage werden Gewissen und Rechtstaatlichkeit sechs Tage lang auf eine harte Probe gestellt.

Hinzmann, mittlerweile nach Ende seiner Dienstzeit aus der Bundeswehr ausgeschieden, verarbeitet in dem Buch seine Erlebnisse. Er wird in den Medien und vor dem Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages zu einem wichtigen Zeugen, der plastisch erzählen kann von diesen Tagen in Kabul.

VHS-Leiter Carsten Feldhoff freut sich, dass er Marc Hinzmann für eine Lesung in Dorsten gewinnen konnte: „Das Buch schildert persönliche Erlebnisse. Es erzählt von Entscheidungen unter enormem Druck, von Kameradschaft – und von dem, was ein solcher Einsatz langfristig bei den Beteiligten hinterlässt. Der Vortrag bietet zugleich die Gelegenheit, hinter die damaligen Bilder und Schlagzeilen zu schauen. Als Leiter der VHS Dorsten freue ich mich sehr, Marc Hinzmann bei uns begrüßen zu dürfen. Auch persönlich hat diese Veranstaltung für mich eine besondere Bedeutung, da ich selbst Offizier bei der Bundeswehr und im Auslandseinsatz war. Umso mehr liegt mir daran, einen Raum für Austausch, Einordnung und Begegnung zu schaffen.“

Bürgermeister Tobias Stockhoff wird an der Lesung teilnehmen. Er hatte bereits vor zwei Jahren mit Marc Hinzmann Kontakt aufgenommen, nachdem der im Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages zum Afghanistaneinsatz ausgesagt hatte.

„Die Schilderungen dieser Tage sind nur ein kleiner, aber aufwühlender Blick in das Afghanistan-Drama, das die Welt seit Jahrzehnten beschäftigt. Der Blick eines jungen Offiziers, der seine Erlebnisse sehr ruhig und klar schildert, der nichts beschönigt und der erzählt, wie er und seine Kameraden in dieser unklaren, sicher auch bedrohlichen Situation ihre Arbeit machen, wie sie einfach das Notwendige tun mit den Mitteln, die ihnen – spärlich genug – zur Verfügung stehen“, so Bürgermeister Stockhoff. „Durch die persönliche Dorstener Verbindung rückt einem das Geschehen menschlich näher, als Bilder in der Tagesschau das jemals erreichen könnten.“

Die Teilnahme an der Lesung von Marc Hinzmann aus seinem Buch „Leben und sterben lassen“ am Donnerstag, 7. Mai 2026, im Forum der VHS Dorsten ist gebührenfrei. Aus organisatorischen Gründen bittet die VHS um Anmeldung per E-Mail an info@vhs-dorsten.de oder online auf

https://www.vhs-dorsten.de/kurssuche/kurs/Leben-und-sterben-lassen/261-1111.

 

Infos zum Buch:  

https://www.ullstein.de/werke/leben-und-sterben-lassen/paperback/9783430212175  

 

Homepage von Marc Hinzmann:

https://marc-hinzmann.com/  

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