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Bürgermeister-Radtour in die Partnerstadt Rybnik

Guter Start bei trockenem Wetter

Foto Radtour
 

Fast pünktlich um 8.30 ist am Montag die erste Etappe der Bürgermeister-Radtour in die polnische Partnerstadt Rybnik gestartet. Mit vielen guten Wünschen von Angehörigen und Mitgliedern der Freundeskreise von Dorstener Partnerstädten wurde die Gruppe um Bürgermeister Tobias Stockhoff auf die erste Tagesfahrt geschickt.

Bereits am Vormittag ein erster Zwischenstopp in Haltern, wo die Gruppe von Bürgermeister Bodo Klimpel empfangen wurde.

Bis Samstag werden die Radler rund 700 Kilometer zurücklegen und dann im sächsischen Hainichen von Bürgermeister Dieter Greysinger empfangen. Die zweite Etappe der Tour von der Partnerstadt in Sachsen nach Rybnik folgt Ende Juli, Anfang August.

Bürgermeister Stockhoff und seine Mitreisenden schreiben Tagebuch von der Tour.

Info:

Spendenaufruf: Die Partnerstadt-Radtour nach Rybnik ist verbunden mit einem Spendenaufruf für das Dorstener Frauenhaus. Wer diese Einrichtung unterstützen möchte, kann seine Spende einzahlen auf die Konten des Vereins "Dorsten dankt Dir“

Sparkasse Vest Recklinghausen
IBAN DE32 4265 0150 0090 2537 09
BIC WELADED 1 REK

Vereinte Volksbank eG
IBAN DE98 4246 1435 0186 5524 00
BIC GENODEM 1 KIH

Bitte als Stichwort "Frauenhaus“ angeben. Wer eine Spendenquittung benötigt (ist erst ab 200 Euro beim Finanzamt erforderlich, bis dahin reicht der Kontoauszug) sollte auf der Überweisung auch seine Postanschrift mit angeben.

Zwei Etappen: Die Tour nach Rybnik ist aufgrund der Streckenlänge zweigeteilt. Die erste Etappe führt vom 20. bis 26. Mai nach Hainichen in Sachsen, Teil zwei der Tour von Hainichen nach Rybnik folgt dann vom 30. Juli bis 07. August.

Tagebuch:

Bürgermeister-Radtour in die Partnerstadt Rybnik

Erste Etappe, Tag 1: Montag, 20. Mai

Dorsten bis zur Mähdrescherstadt Harsewinkel

Spezielle Hosen, dubiose Hilfsangebote und Männerspielzeug

Am Montag starteten Marita Kipinski, Thomas Borg, Klaus Ewens, Uwe Kähler, Henry Luerweg, Dieter Schulte-Repel und Bürgermeister Tobias Stockhoff ihre Partnerschaftstour in Dorstens sächsische Partnerstadt Hainichen. Und der Tag begann gleich mit einigen Enttäuschungen.

Marita – das Queen-Double – freute sich auf eine entspannte Tour, als sie den Bürgermeister (alias James) im Frack vorn auf der E-Rikscha der Dorstener Arbeit sah. Alles nur Kulisse! Auch sie musste in die Pedalen treten. Uwe Kähler fuhr am ersten Tag den Tourbulli, weil er am Sonntag noch mit einer jungen und heißen Angina im Bett gelegen hatte. Frotzeln konnte er aber schon wieder: „Tobias, wo ist das Pferd? Oder hattest Du Muskelkater nach der Reitstunde in Lembeck?“ Der Bürgermeister verneinte und bekam den Spruch: „Das Pferd aber!“

Nachdem die Radfahrer nach Örthöve und Lippramsdorf am Annaberg vorbeikamen, folgte eine zweite Enttäuschung. Es war nicht der schlesische Annaberg nahe Rybnik, sondern nur der in Dorsterns Nachbarstadt. In Haltern am See nutzte man die Gelegenheit für einen Besuch bei Bodo Klimpel, dem Amtskollegen des Bürgermeisters. Er wünschte viel Erfolg und drückte für die Spendensammlung alle Daumen.

Nach einer Pause in Sythen mit Maritas Nutty Corners (Nussecken) ging es später am Dortmund-Ems-Kanal entlang. Hier berichtete Klaus von seiner neuen Hose ohne Radler-Einlage: „Da käme ich sonst nicht rein.“ Marita erkundigte sich nach dem Grund und erntete nur ein „Warum, willst Du helfen?“ Kurze Zeit später setzten sich beide gemeinsam zu einer „Technischen Pause“ ab. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Nach Münster und Everswinkel ging es weiter nach Warendorf. Auf dem Weg kam ein Waldstück, an dem die Radler vor Luftangriffen durch Bussarde gewarnt wurden. Für die Dorstener Radler aber keine Gefahr. Gehören Lippe-Pleitegeier doch nicht zum Beuteschema. 

Etwa 10 Kilometer vor dem Ziel Harsewinkel zog der Bürgermeister gewaltig das Tempo an. Ging es ihm um ein kühles Blondes am Zielort? Nein, um echtes Männerspielzeug der Firma Claas mit Mähdreschern und Häckslern. Und die Augen der Jungs wurden immer größer.

Nach 119 km kamen die Radler gegen 19 Uhr in Marienfeld (Harsewinkel) trocken an. Sollte es am Dienstag hingegen regnen, lag es an Marita, schaffte sie doch nur das halbe Schnitzel beim Abendessen.

 

Zweite Etappe, Tag 2: Dienstag, 21. Mai

Harsewinkel bis Hameln

Regen, Regen und noch mehr Regen

Der Himmel am Dienstagmorgen verhieß nichts Gutes. Bereits nach 10 Kilometern entlang des idyllischen Flusses Lutter öffnete der Himmel seine Schleusen. „Dafür, dass es Bielefeld gar nicht geben soll, ist der Regen hier aber ganz schön real und nass“, merkte Bürgermeister Tobias Stockhoff an. Nachdem auch Marita Kipinski mühsam in ihr Regenoutfit gestiegen war – danach sah sie aus wie von der Spurensicherung im Tatort – erwischte es Klaus Ewens.

Der erste Platten – oder wie Klaus sagte „Mein erstes Mal!“ Henry Luerweg, der sich beruflich mit Ausnehmen auskennt, trennte Schlauch vom Mantel. Der Bürgermeister, erblich durch den Vulkanisierbetrieb seines Großvaters bzw. seiner Tante vorbelastet, fand nicht nur das Loch sofort im überdimensionierten Wasserbad (Lutter), sondern stopfte es auch in bewährter Manier – wie sonst die Finanzlöcher der Stadt.

Über Bielefeld – Marita: „Gar nicht mal so schön hier!“ – ging es weiter nach Lage. Unsere Quotenfrau kapitulierte vor dem leichten Nieselregen und sattelte vom Rad auf den Bulli um. In Lage, nach etwa der Hälfte der Tagesstrecke, folgten dann bei strömendem Regen noch Klaus Ewens und Dieter Schulte-Repel ihrem Beispiel. Denn beide haben zwar trockenen Humor, aber nicht in einer nassen Unterhose.

Die drei jungen Wilden, Tobias Stockhoff (37) und Thomas Borg (46) sowie ehrenhalber Henry Luerweg (69) setzten unverdrossen völlig durchnässt und bei monsunartigen Regenfällen ihren Weg mit dem Rad fort. Nasser als nass geht nicht! Auf dem Weg sahen sie dramatische Überschwemmungen, beispielsweise in Lemgo, wo der Fluss Bega von regulären 32 cm auf über 200 cm Wasserstand angestiegen war. Henry: „Gut, dass die Enten schwimmen können, sonst wären die alle ertrunken.“

Auf den letzten 20 km musste noch ein Hochgebirgsrücken des Weserberglandes (300 m) überwunden werden. Die beiden Sportgestählten Henry und Thomas bewältigten die Herausforderung mit Bravour und der Theoriesportler Stockhoff mit elektrischer Unterstützung – „Aber nur Stufe I!“

Kurz vor der niedersächsischen Stadt Hameln wurden die drei Radler noch einmal mit einer wunderschönen Strecke belohnt. Jede Medaille hat allerdings ihre zwei Seiten, wie auch Henry feststellen musste: „Aber in die Büsche kann ich hier nicht. Hier ist Wasserschutzgebiet!“ Nach fast 100 km kamen die Tageshelden an und freuten sich auf eine heiße Dusche und das Wiedersehen mit den sattellahmen Aussteigern im Hotel.

 

Dritte Etappe, Tag 3: Mittwoch, 22. Mai

Hameln bis Braunschweig



Der Heilige Petrus machte Mittagspause

Nachdem der Tourbulli am Morgen von gefühlt 7 Fahrern und 77 Einweisern mit großer Gelassenheit durch eine schmale Toreinfahrt des Hotels bugsiert worden war, startete die Gruppe bei leichtem Nieselregen und arktischen Winden in Richtung Braunschweig. Nach zwei beeindruckenden Sondermülldeponien mit nahtlos anschließendem Wasserschutzgebiet fand Thomas Borg eine heimatlose Sanitärkeramik, im Volksmund auch Klo genannt, mitten in der Botanik – ein wirklich stilles Örtchen.

In Esbeck bei der ersten Pause fragte Dieter Schulte-Repel: „Gibt es hier kein Café?“ Uwe Kähler erwiderte: „Hier gibt es nicht einmal freilaufende Kühe!“ und beschrieb damit wirklich gut die kleinen Dörfer, durch die die Hainichenfahrer radelten.

Anschließend ging es über die von Klaus Ewens in allen Farben, Maserungen, Härten und Korngrößen geliebten Schotterwege durch das malerische Hochstift Hildesheim. Hochstift wohl deshalb, weil die Gruppe über 500 Höhenmeter zu überwinden hatte. Das Bergtrikot errang Marita Kipinski – trotz nachweislich reichlich Kilowatt im Blut.

Bergabwärts ging es dann mit über 50 km/h in eine 30er-Zone. Nur der Bürgermeister war extrem vorbildlich. Aus echter Einsicht? Nun ja, es lag wohl eher an seinem „Nummernschild“. Hatte er doch vor der Tour von seinem Büro eine kommunalorange Weste mit dem Aufdruck „Stadt Dorsten – Der Bürgermeister“ erhalten: „Wenn die uns jetzt blitzen, bin ich der Einzige in der Gruppe, der klar erkennbar ist.“

Irgendwann bekam es der Bürgermeister in den Kopf. Er wollte ein paar Nanometer Wegstrecke sparen und rief freudig aus: „Ich glaub, ich hab `ne Abkürzung.“ Ergebnis: Die Abkürzung endete im Nirgendwo und unsere Gruppe musste mit dem Rad gefühlte hunderte von Lichtjahren die Räder über einen lehmigen Acker schieben.

Das nächste Zwischenziel war die Stadt Hildesheim. Kurz davor, um die Mittagszeit herum, kamen die Radler an einem Schild „Himmelsthür“ vorbei. Den Heiligen Petrus trafen sie aber nicht an. „Der ist bestimmt in der Himmelsgewerkschaft. Wahrscheinlich macht er gerade Mittag“, wie der Bürgermeister feststellte.

Nach rund 95 km stellte Marita Kipinski am wunderschönen Salzgittersee enttäuscht fest: „Ich habe nur 58 km auf meinem Tacho!?!“ Worauf Dieter antworte: „Da musst Du wohl ein ganzes Stück rückwärts gefahren sein.“

Nach weit über 115 km – genau 115,13 km – erreichte die Gruppe beim ersten Sonnenschein der Tour Friedrichhöhe, einen Vorort von Braunschweig. Wie immer freuten sich alle auf die Dusche und ein kühles Bier.

 

Vierte Etappe, Tag 4: Donnerstag, 23. Mai

Braunschweig bis Bernburg (Saale)

Die Hölle des Ostens

Der Tag hätte nicht besser beginnen können. Strahlend blauer Himmel und es ging bergab für die Gruppe. „Aber“, wie der große Kreisphilosoph Uwe Kähler immer zu sagen pflegt: „Nach jeder Talabfahrt kommt auch wieder ein Berg!“ Und der kam dann auch – und wie. Die Idee, am Busdepot einfach einen Linienbus auszuleihen, konnte nicht realisiert werden, da der Bürgermeister im Gegensatz zu seinem Amtsvorgänger nur über die Führerscheinklassen Dreirad bis PKW verfügt.

Den Harz ließen die Radler rechts bzw. südlich liegen. Allerdings kamen neben wunderschönen Wegen – an dieser Stelle einen herzlichen Gruß und Danke an Chefnavigator Joachim Deutmann im Rathaus – auch recht enge Pfade. Diese Strecken werden im Volksmund auch „Maritas Schrecken“ genannt. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte Marita Kipinski auch das Zwischenziel, worauf Dieter Schulte-Repel sagte: „Gleich bauen wir dir Stützräder an!“ Sie war ob so viel Fürsorglichkeit tief bewegt.

In Söllingen wurde die damalige innerdeutsche Grenze überschritten. Ein Gedenkschild mit der Aufschrift „Hier waren Deutschland und Europa bis zum 14. April 1990 um 10 Uhr geteilt.“ war ein erneuter Beweis für die Gruppe, wie wichtig die Europäische Einigung ist.

Dann folgte „Die Hölle des Ostens“. Sechs Kilometer Kopfsteinpflaster in allen Variationen führten bei den Radlern zu stotternden Sprachaussetzern und Schütteltraumata. Nach einer Zwischenstation in Oschersleben ging es weiter entlang der Flusses Bode durch eine traumhaft abwechslungsreiche Landschaft.

Kurz nach Oschersleben folgte ein großer Knall: Ein Attentat auf den Bürgermeister?!? Seine Wasserflasche explodierte ihm quasi unterm Hinterteil. Zum Glück ohne Folgen – für das Umfeld. Die Ursache für diese heimtückische Attacke war schnell gefunden: Es lag an der prickelnden Stiftsquelle und dem daraus resultierenden Überdruck.

In Staßfurt, würdig vor dem Palast zum Heiligen Konsum (Netto-Markt), schlug Queen Marita aufgrund seiner hervorragenden Verdienste um Königin und Gruppe, Henry zum Pedalritter Erster Klasse mit Flickzeug und 22er-Schlüssel. Als Schwert diente ihr eine Luftpumpe. Ab jetzt muss er mit Sir Henry angeredet werden. Für den würdigen Rahmen sorgte Dieter mit einem geflochtenen Ehrenkranz aus Blumen und einem Fahrradmantel. Manchmal haben Optiker eben auch das Zeug zum Floristen.

Nach über 123 km erreichte die Gruppe vollkommen erschöpft die wunderschöne Stadt Bernburg an der Saale.

 

Fünfte Etappe, Tag 5: Freitag, 24. Mai

Bernburg (Saale) bis Leipzig

Dem Hopfen gut zugeredet

Heute war spätes Aufstehen angesagt, denn die Strecke hatte nur lächerliche 87 km. Bei Sonnenschein ging es über Preußlitz, Edderitz und Nochnenwitz Richtung Leipzig. Die Strecken wurden immer anspruchsvoller. Matsch, Geröll und wilde Tiere – Schmetterlinge, Schnecken und Kaninchen – machten die Wege erst interessant. Nur Matsch-Queen Marita Kipinski war semi-begeistert. Auch die Anfeuerungsbemühungen von Sir Henry Luerweg halfen da wenig.

Plötzlich tauchten riesige Felder mit dem Lieblingsgemüse der Männer auf: Hopfenpflanzen so weit das Auge reicht. Um sicherzustellen, dass das Bier nicht ausgeht, redeten die Männer gut auf den Hopfen ein. Sir Henry folgte damit seinem großen Vorbild Prinz Charles. Der Bürgermeister –  ausgewiesener Experte für alle alkoholfreien Biersorten der Dorstener Schützenfeste – erläuterte, dass einige Pflanzen nüchtern im alkoholfreien Bier enden würden.

Nach einer Pause in Landsberg mit reichlich Eis und Mettwurst – die in Sachsen-Anhalt, warum auch immer, Bratwurst heißt – für Marita, ging es weiter über schmale Pättkes sowie reichlich Kopfsteinpflaster jeder Qualitätsstufe in Richtung Sachsen.

Uri Geller biegt Löffel – Aber Uwe Kähler ganze Laternenmasten. Zugegeben, nur mit der Hilfe von Klaus Ewens und der moralischen Unterstützung durch die Gruppe. Nach dem Kraftakt fuhr Klaus vorweg und machte an der Bushaltestelle „Frohe Hoffnung“ halt. Seine Hoffnung wurde aber jäh enttäuscht, denn kurze Zeit später kam zwar die Gruppe, aber kein Bus.

Etwa 15 km vor Leipzig machten unsere Radler einen kurzen Abstecher zur Aussichtplattform am Flughafen Leipzig/Halle. Während Marita ganz queenslike das leere Rollfeld vom Hügel aus grüßte, ergötzten sich die Herren der Schöpfung an den imposanten Flugzeugen.

Auf den letzten Metern trat die größte Herausforderung des Tages auf: Uwe Kähler stoppte abrupt vor einem grünen Umweltzonen-Schild. Auf die Frage, warum er halten würde, antwortete er: „Ich habe gestern Sauerkraut gegessen. Meine Abgaswerte sind aktuell nicht normenkonform.“

Nach der Ankunft in Leipzig zog es die Hainichenfahrer in die Leipziger Innenstadt. Ab hier begann der nicht-öffentliche Teil der Tour.

 

Sechste Etappe, Tag 6: Samstag, 25. Mai

Leipzig bis Hainichen

Ritter ohne Rad und Adel

Nach der  Rückkehr aus der Leipziger Innenstadt folgte für Sir Henry Luerweg ein Riesenschock: Sein Rad war weg – geklaut! Nicht nur die Gruppe versuchte den hilfsbereiten Pedalritter aufzumuntern. Auch aus der Heimat erreichten ihn mitfühlende Worte: „Hochverehrter Sir Henry, Ritter ohne Pferd und Adel! Euer Gefolge erwartet Euch morgen mit Erdbeeren und Spargel – und einem Damenhollandrad!“ Und noch eine Rückmeldung von der fernen Lippe sorgte für Schmunzeln am Frühstückstisch. Ein Tourmitglied wurde von seiner besseren Hälfte konstruktiv-kritisch auf seine Sockenauswahl hingewiesen – schließlich habe er ja auch kurze Socken im Koffer.

96 km inklusive 600 Höhenmetern und das Ganze bis 16 Uhr? Selbst für unsere Radler wäre das unmöglich pünktlich zu schaffen. So wurden die Räder auf den Trailer aufgesattelt, und es ging mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit jenseits der üblichen 20 km/h in Richtung Colditz. Entlang des Flusses Mulde radelte die Gruppe weiter. Bergauf – immer nur steil bergauf, vorbei an der vermutlich modernsten Abhöranlage der Bundeswehr - oder waren die 15 Hausantennen einfach nur eine Sammelantenne für Westfernsehen? Bei der anschließenden Abfahrt stellte Uwe Kähler fest: „Das sind meine Strecken!"

Zwischenzeitlich - Uwe hatte Marita Kipinski erneut auf den Arm genommen - beantragte diese seinen Ausschluss von der Tour. Der Bürgermeister wies als erfahrener Sitzungsleiter auf die Geschäftsordnung hin: „Das ist ein Geschäftsordnungsantrag, dafür muss man mit beiden Händen aufzeigen." Da Maritas Stärke nicht im freihändigen Fahren liegt, hatte sich das Thema somit erledigt.

Eine kleine blaue Eisbecher-Lamettapalme an seinem E-Bike brachte Dieter Schulte-Repel nach der Mittagspause in Mittweida auf den letzten Kilometern noch den Spitznamen "Disco Dieter" ein.
Um 16 Uhr trafen die Radler pünktlich zur Eröffnung des neuen Dorfplatzes in Hainichen-Gersdorf ein und wurden dort von Bürgermeister Dieter Greysinger und Carmen Fischer vom Freundeskreis auf das Herzlichste begrüßt.

Beim anschließenden Abendessen sorgte Marita mit ihrer Frage „Gibt es den Schwedenbecher (Vanilleeis mit Apfelmus und Eierlikör) auch als Seniorenteller?“ unfreiwillig für lautes Gelächter – insbesondere, weil sie ergänzte: „Beim Eierlikör aber bitte die normale Menge!!! “

Queen Marita wurde anschließend mit ihrem Gefolge von König Manuel Waschtowitz im Vereinsheim der Privilegierten Schützengilde zu Hainichen empfangen. Das Ergebnis des abendlichen DFB-Pokalfinales - RB Leipzig verlor mit 0:3 gegen die Bayern - war nach einmütiger Meinung nicht das Wunschergebnis. Nur einer der Bürgermeister freute sich still und heimlich, aber aus Angst vor Repressalien verzichten wir an dieser Stelle lieber auf die Nennung des Names. Der Hainichener Bürgermeister kommt übrigens gebürtig aus Franken und trug einen RB Leipzig-Schal.

Am Sonntagmorgen ging es dann mit dem Tourbulli zurück nach Dorsten. Unser Bürgermeister nutzte allerdings den Flieger. Der Grund? Natürlich ein Schützenfest! Der neue König von St. Marien will ja proklamiert werden!

Die Gruppe bedankt sich bei Chefnavigator Joachim Deutmann für die tollen Strecken, bei Tourmanagerin Anke Borg für die gelungene Hotelauswahl sowie bei den Freunden aus Hainichen für die ausgesprochen gastfreundliche Aufnahme in der Gellertstadt. Am 30. Juli startet dann von Hainichen aus Teil 2 der Tour nach Rybnik (Polen).