Der Waldlehrpfad im Barloer Busch
 

In unserer Stadt Dorsten liegt zumeist der Wald vor der Haustür. Wald ist wichtig, das ist bekannt. Er hat eine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion. Der städtische Wald mit etwa 200 Hektar Fläche ist bunt verteilt über ganz Dorsten.

Der Barloer Busch an der Marler Straße macht mit seinen 78 Hektar den größten Teil davon aus. Er ist stadt- und siedlungsnah und daher gut besucht und beliebt. Sie finden ein gutes Wegenetz vor, ideal für kurze und längere Spaziergänge, genügend Bänke und eine Schutzhütte zum Verweilen.

Nun ist der Waldlehrpfad neu aufgebaut und im November 2023 vom Bürgermeister Tobias Stockhoff der Öffentlichkeit übergeben worden. Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Fakten, Inhalte und Entwicklungen. Vielleicht wecken wir damit Ihr Interesse und die Neugierde, selbst im Barloer Busch auf Entdeckungsreise zu gehen.
 

Bild

Der Stadtwald Barloer Busch

Böden
Podsol-Gleye und Pseudogley-Parabraunerden, Entwässerung über die Lippe zum Rhein, gutes Pflanzenwachstum;

Gefahren
Immissionen, Stürme und durch Insekten, wie Eichenwickler;

Klima
atlantische Luftströmungen, mittlere Jahres-Temperatur 9-9,5 Grad C., Häufigkeit von Spätfrösten, Niederschläge 750 mm/ Jahr, Wasserspeicher und Wärmeregulierer besonders für das nahe Stadtsfeld und die Altstadt Dorsten;

Bewirtschaftung
naturnahe kahlschlagsfreie Waldwirtschaft nach dem Prinzip höchstmöglicher Gemeinnützigkeit - die Ertragskraft ist zu erhalten, die Nachhaltigkeit der Holznutzung zu sichern und die Naherholung der Bevölkerung ist zu ermöglichen;

Eine Wegeunterhaltung wurde 2014/2015 durchgeführt. Alle Hauptwege sind seitdem gut befahrbar und begehbar;

Zuständigkeit
das Regionalforstamt Ruhrgebiet gemäß Vertrag und die städtische Grünflächenabteilung des Tiefbauamtes;

Verkehrssicherung
erfolgt durch die Stadt Dorsten;    

Besonderheiten
Kompensations-Kalkung zur Bodenverbesserung mit 3 to/ Hektar mit Hubschrauber in den Jahren: 1990, 1997, 2000 und 2012;

Sturmschäden durch Wiebke u. Vivian (1990), Lothar (1999), Janette (2002) und Kyrill (2007), Frederike (2018), Hitzeschäden (2018-2020);

Waldschäden durch bergbauliche Einwirkungen; Bomben-Splitterschäden in älteren Beständen (II. Weltkrieg);

mittelalterliche Schanzenanlage, Gedenkstätte Ferdinand von Raesfeld, „Steinerner Tisch“, historischer Lochstein;

div. waldpädagogische Aktivitäten (Waldjugendspiele, Umwelt AGs, Waldführungen, Tag des Baumes), einige Jahre Waldkindergarten, VHS – Kurse;

Eigenjagd ist verpachtet z. Zt. an den Hegering Dorsten/ Herrlichkeit Lembeck;

Text: Bernhard von Blanckenburg, (Stadtförster a.D.), unter Zuhilfenahme der Forsteinrichtungsunterlagen 2012/ 2013, incl. Karte, vom Büro für Wald -und Umweltplanung, Kettelerstr. 43, 59759 Arnsberg

Bild
Karte vom Barloer Busch mit verschiedenen Farben für die Baumarten: Eiche: gelb, Buche: braun, Kiefer: grau, Fichte: blau (überwiegend durch Trockenheit 2018-2021 abgestorben), Erle und Birke: rot, Lärche: orange, Ahorn, Winterlinde und Kirsche: grün, Pappel: violett.

Der Waldlehrpfad im Barloer Busch

Der Waldlehrpfad ist im November 2023 fertiggestellt und neu „eröffnet“ worden.

Auf einer Länge von 2,3 km werden unterschiedliche Informationen über die Lebensgemeinschaft Wald angeboten. Aktuelle Klimaschutzfragen und Lösungen sind zu finden. Zusätzlich bereichern wohltuende Gedichte und nachdenkliche Texte das Spektrum. In einer Übung, die man selbst durchführt, erfährt man, wie man in das Rauschen des Waldes hineinhört. Entspannung pur! Für Pausen im „Grünen“ findet man zahlreiche Bänke vor, die an schönen Stellen im Wald stehen. Für jeden Besucher ist etwas dabei: Wissenswertes, kleine Übungen und Texte zum Entspannen und zum Nachdenken. Im Angebot sind auch kürzere Rundwege und eine Schutzhütte für schlechtes Wetter. Sie sollten es einfach ausprobieren. Kommen Sie, und wenn es geht, so nehmen sie ihre Kinder und Enkelkinder mit. Eine Stunde Wald, die man nicht vergisst. Allein das schlichte Gehen durch den Wald genügt fürs Wohlbefinden.

Besonders die Kinder in den Schulen, ihre Zukunft liegt doch in unseren Händen, sie sollten mindestens einmal im Schulleben in den Wald kommen, um den echten Wald als einen Erlebnisort hautnah wahrzunehmen. Dieses Kennenlernen von Waldluft, von Bäumen und Pflanzen, von Farben und Düften, über moosigen Waldboden laufen und das Rauschen des Windes in Baumkronen zu hören - das alles wird sich verankern und eine Erweiterung in ihrer noch so jungen Erfahrungswelt sein. Unser Wald an der Marler Straße ist besonders dafür geeignet. Der Aufenthalt und das Lernen im Wald sind immer von hoher Intensität und bieten eine Alternative zum Klassenzimmer. Unter Eichen und Buchen kann Lernstoff ebenso verankert werden und dabei wird zugleich das Sozialverhalten der Klasse trainiert.

Der Dorstener Stadtwald steht dafür bereit. Der Barloer Busch ist 2017 in einem Anerkennungsverfahren als „Außerschulischer Lernort“ zertifiziert und in die pädagogische Landkarte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe eingetragen worden. Er ist damit ein getesteter Schulwald.

 

Fakten und Konzept des Waldlehrpfades

Anerkannter „Außerschulischer Lernorte“ seit 2017, auf 2,3 km Länge, mit 3 Übersichtstafeln an den Eingängen, 9 Themen-Tafeln, 30 Text-Schildern, 8 Bänken, Schutzhütte…
 

  • Ort der Erholung, der ein Naturerlebnis und eine Naturbegegnung bietet
     
  • Ort der nachhaltigen Umweltbildung für Kinder und Erwachsene (Möglichkeit des sozialen Miteinanders, Lernen von Respekt gegenüber der Natur, Etablierung von Waldjugendspielen 16 Jahre, Tag des Baumes, Pflanzaktionen mit Stadtgärtnerei, Baum des Jahres, Führungen, auch VHS; Naturschutz) spiegelt die Lebensgemeinschaft Wald (Nutz – und Schutzfunktion, verschafft Einblicke in ökologische und ökonomische Zusammenhänge)
     
  • spiegelt umweltpolitische Verhältnisse (saurer Regen, Stürme, Klimawandel, Rio-Beschlüsse, Klimaschutzkonzept, neue Baumarten)
     
  • zeigt die Bergbauvergangenheit (Pumpwerk, Bergsenkungen)
     
  • gibt Eindrücke in die Beziehung Wald und Wild (jagdliche Bewirtschaftung)
     
  • verstärkt Aufmerksamkeit und Bekanntheit durch Extra Beiträge prominenter Personen für den Waldlehrpfad (Schw. Paula (Tisa), Tomi Ungerer, Prof. Dr. Erhard Eppler u. Jane Goodall, England, Cornelia Funke angefragt)
     
  • zeigt ein Stück Heimat der Feldmark, des Naturparks Hohe Mark und die Geschichte des Barloer Buschs (Steinerner Tisch, mittelalterliche Schanzenanlage, v. Raesfeld- Gedenkstein, historischer Feldstein, Bergbau, Stürme, Klimaveränderungen)
     
  • zeigt den Arbeitsplatz Wald und Holz (Wer arbeitet dort und was wird produziert und wie wird das Holz verwendet?)

Text: Bernhard von Blanckenburg, (Stadtförster a.D.), unter Zuhilfenahme der Forsteinrichtungsunterlagen 2012/ 2013 vom Büro für Wald -und Umweltplanung, Kettelerstr. 43, 59759 Arnsberg

 

Geschichte des Waldlehrpfades

04.05.1977 
Ortsbegehung des Forstausschusses

10.11.1977 
Oberförster Dehmel: nicht Hasselbecke, sondern Barloer Busch

21.11.1977 
Forstausschuss-Beschluss, Festlegung der Wege v. Waldlehrpfad

1978 
Planungsarbeiten für Waldlehrpfad

1979 - Sommer 1980 
Bauphase bis Gesamtfertigstellung inkl. Schutzhütte

43 Schilder von div. Baum- und Straucharten, viele Baumarten wurden direkt an den Schildern gepflanzt, 11 Bäume wurden gestiftet

1980 - Sommer 1987
Betreuung durch das Forstamt Recklinghausen durch Förster H. Pianka

01. Okt. 1987 - 31. Dez. 2017 
Betreuung durch Förster B. von Blanckenburg

Forstamt Recklinghausen, später ab 2007 Regionalforstamt Ruhrgebiet

Neues Konzept vielseitiges Informationssystem über Wald, Etablierung von Waldjugendspielen, Tag des Baumes, Baum des Jahres, Führungen und Pflanzaktionen mit Schulklassen; dabei im Frühling 2002 Erneuerung des Waldlehrpfades mit Hilfe des Christl. Jugenddorfes Herten; der Stadtgärtnerei, Herr Schanz u. der Muna, Wulfen, Herr Haller; Betreuung durch den Förster v. Blanckenburg bis zum Ruhestand Dez. 2017

02. Juli 2018 
Begehung Barloer Busch M. Hollstegge, Stadt Dorsten und B. v. Blanckenburg, Förster i. R. (Konzept, Planung, Kostenaufstellung , Protokoll),
danach Einbeziehung des Hegerings durch Vorschlag BM Stockhoff, Arbeitskreis

2021 
Arbeitskreis (Hegering, B. v. Blanckenburg, Grünflächenamt) Gatter-pflanzung, Aufstellung von 5 Tafeln, Aussichtsplattform mittels Förderprogramm

September 2022 
Beauftragung B. von Blanckenburg (ehrenamtlich) mit dem Bau des neuen Waldlehrpfades, enge Kooperation mit Georg Tenger, Biologische Station Kreis RE e. V., Dorstener Arbeit, Herr Hemmer u.a., Stadtverwaltung mit A. Hochstrat, J. Deutmann, W. Schanz u.a.; Planungsphase

2023 
Bau Waldlehrpfad, Eröffnung am 22. Nov. 2023 durch BM Stockhoff

 

Über die Arbeiten für den wieder errichteten Waldlehrpfad

Im September des letzten Jahres 2022 beauftragte Bürgermeister Stockhoff den ehemaligen Leiter des Forstbetriebsbezirks Dorsten und Waldpädagogen Bernhard von Blanckenburg ehrenamtlich mit der Erneuerung des Waldlehrpfades im Barloer Busch. Schon bald bildeten er und Georg Tenger, der Leiter der Biologischen Station des Kreises Recklinghausen, ein ideales Team. Sie planten alle Schritte gemeinsam, legten die inhaltliche Konzeption fest, berieten die Form und die Ausführung. Der Waldlehrpfad sollte informativ sein, auch neue Themen behandeln, wie z. B. den Klimawandel und hitzeresistente Baumarten. Er sollte nicht überladen sein und sich gut einpassen in die Waldlandschaft. Schon früh zeigte sich, es muss das meiste ausgetauscht werden an Material, also mehr Neubau als Renovierung, denn nur zwei Holzschilder, eines davon eine Schnitzarbeit und Spende der Tischlerei Vennemann, konnte die Holzwerkstatt der Dorstener Arbeit retten.

Die neuen großen Stützgerüste stehen in der Schreinerei in Lippramsdorf. Tischlermeister Josef Büning hat sie tadellos gezimmert, einige Infotafeln eingepasst und bald werden sie auf dem Lehrpfad wetterfest installiert. Die Fachtexte hat B. v. Blanckenburg zusammengestellt und das Layout der Schilder und Tafeln haben Grafikdesignerin Astrid Hochstrat vom Bürgermeisterbüro und Ingenieur Joachim Deutmann vom Vermessungsamt der Stadt Dorsten professionell umgesetzt.

Alle Beteiligten arbeiteten Hand in Hand. Auch Waldbesucher gaben hilfreiche Tipps, z.B. wo noch eine Sitzbank hinsollte. Da hat dann die Stadtgärtnerei dafür gesorgt.

In der Corona- Krise gewann der Wald an Bedeutung. Erholen im Freien, einmal herunterkommen, das tat gut. Wir brauchen die Ruhe, die Kraft, die Schönheit und Dynamik der Natur. Besonders die Kinder in den Schulen, die Zukunft liegt doch in ihren Händen, sie sollten mindestens einmal im Schulleben in den Wald kommen, um unter Anleitung hautnah eine Naturerfahrung zu machen. Das kann prägen, denn diese Gegenwelt kennen sie zumeist nicht. Sie bekommen somit einen neuen Blick auf die Welt.

Die Vorbereitungen im Wald sind darauf ausgerichtet. Dorsten hat 4.600 ha Wald und in den 76 ha Stadtwald im Barloer Busch ist schon bald wieder auf einer Strecke von 2,3 km der fit gemachte Waldlehrpfad begehbar. Man darf sich darauf freuen.

Baumarten

Was macht den Wald aus? Obschon vom Menschen beeinflusst, so ist er doch noch eines der natürlichsten Systeme geblieben, die wir kennen, eben die Natur vor unserer Haustür. Er besteht aus einer Vielzahl von erstaunlichsten Pflanzen und Tieren, die in einer Gemeinschaft miteinander leben und funktionieren. Besonders auffällig sind die Bäume, die vornehmlich den Wald ausmachen und den Barloer Busch prägen. Hier nachfolgend werden in Kürze die wichtigsten Baumarten vorgestellt.
 

Rotbuche

Ein Baum spendet pro Jahr über 1.000 kg Sauerstoff – genug für 10 Menschen – und filtert eine Tonne Staub, Bakterien und Pilzsporen aus der Luft. Mit einer Wurzelmasse von 300 bis 500 kg durchzieht ein Baum 1 Tonne Humusboden und 50 Tonnen Mineralboden. Eine ausgewachsene mächtige Buche gibt bis zu 500 Liter Wasser pro Tag an die Umwelt ab.

Mit einem Anteil von 15 %, der aber stetig zunimmt, ist die Rotbuche der häufigste Laubbaum in den Wäldern Deutschlands. Der Namensteil „Rot“ bezieht sich auf die mitunter leicht rötliche Färbung des Holzes, die beim Holz der Hainbuche, die auch als Weißbuche bezeichnet wird, nicht vorkommt.

(Wikipedia-Abruf vom 22.10.2023)
 

Douglasie

Nadelbaumart. Mit über 60 Metern ist die Douglasie der höchste Baum Deutschlands. Ihr Anteil am Wald in Deutschland liegt bei durchschnittlich etwa zwei Prozent. Da Douglasien weniger Probleme mit den Auswirkungen des Klimawandels haben als zahlreiche andere Bäume, wird davon ausgegangen, dass ihr Anteil am europäischen Wald noch steigen wird.

(Wikipedia-Abruf vom 27.10.2023)
 

Eiche

Eichen sind Laubbäume. Die Art, die wir im Barloer Busch vorfinden, ist die Stieleiche. Menschen haben Eichen vor allem angepflanzt, weil das Holz viel aushält, aber auch gut zu bearbeiten ist. In Deutschland gilt die Eiche als der typische Baum des Landes, der Nationalbaum.   

(Klexikon-Abruf vom 22.10.2023)
 

Erle

Die Erle gehört auf die Visitenkarte der Dorstener Landschaft. Sie kommt häufig vor und gedeiht als heimischer Laubbaum an den Ufern der Lippe, vieler Bäche z.B. des Wienbaches, in Brüchen und anderen ständig nassen Standorten.  Dort, wo auf Grund des Bergbaus Senkungen in Wäldern erfolgt sind, Buchen, Eschen und Kiefern „nasse Füße“ bekamen und abstarben, dort hat sich die Erle, wie im Barloer Busch, eingefunden, natürlich angesamt oder künstlich eingebracht durch Pflanzung. Die Erle braucht beim Wachsen viel Licht und erreicht mit 100 Jahren ihr natürliches Alter.
 

Esskastanie

Die Esskastanie ist hinsichtlich der Nährstoffversorgung recht anspruchslos. Sie ist eine wärmeliebende Baumart. Selbst andauernde Dürreperioden wie die Sommer (2018-2020) übersteht sie unbeschadet, wenn der Standort die Ausbildung ihres tiefen Wurzelsystems zulässt. Am nördlichen Rande des Ruhrgebietes wird dieses bei vielfach schwach lehmigen Sanden ermöglicht. Im Barloer Busch findet man sie an den Wegen.

Wegen ihrer außergewöhnlichen Sturmfestigkeit ist die Esskastanie für den Aufbau von Waldrändern sehr geeignet. Die Esskastanie gilt als sturmfest. Für den Klimawandel wird sie im Anbau empfohlen.            

Fichte

Die Fichten waren bislang unsere häufigsten Nadelbäume. Sie sind sehr gefährdet durch die Klimaveränderungen. Sie können normal bis 600 Jahre alt werden und 40 m hoch. Die Fichten verarbeitet man zu Balken, Brettern und Leisten, aber auch Möbel und Türen sind oft aus Fichtenholz gebaut. Man braucht diese Baumart für die Herstellung von Papier. In Dorsten haben die Fichten die trockenen Jahre von 2018-2020 größtenteils nicht überstanden. Deswegen kommen sie im Barloer Busch nur noch vereinzelt vor.

(Klexikon-Abruf vom 23.09.23)
 

Lärche

Kein anderer Nadelbaum verfärbt sich so schön gold-gelb wie die Lärche.

Lärchenholz ist das schwerste und härteste Nadelholz. Aus Lärchenholz baut man Türen, Fensterrahmen, Böden, Wandverkleidungen, Treppen und so weiter. Auch für Wände oder für den Dachstock ist es geeignet. Man braucht es aber auch für Brücken, Boote und viele andere Dinge.   

(Klexikon-Abruf vom 22.10.2023)
 

Pappel

Pappeln sind Laubbäume. Sie stehen am liebsten an Flussufern oder in Wäldern. Im Barloer Busch, wenn man an der Schutzhütte bis zur nächsten Kurve weiter geht, findet man schon bald rechtsseitig einige mächtige Exemplare. Das Holz der Pappeln ist leicht, weich und einfach zu bearbeiten. Man nutzt es für Streichhölzer, weil es nicht so schnell brennt. In dünnen Schichten verwendet man es oft für Schachteln von Weichkäse.

Pappelholz eignet sich auch gut für die Herstellung von Papier. Die Äste und die Abschnitte aus den Sägereien sind gut zum Verbrennen als Hackschnitzel oder als Pellets.

(Klexikon-Abruf vom 22.10.2023)
 

Birke

Man erkennt sie zumeist an der weißen Rinde. Die Birke ist mit unserem Brauchtum sehr verbunden: zum 1. Mai wird der Maibaum aufgestellt, bei Prozessionen und Schützenfesten werden Straßen und Häuser mit jungen grünblättrigen Birken geschmückt. In Dorsten kommt sie häufig vor. Sie strahlt uns an von den Waldrändern her. Reine Birkenwäldchen findet man in der Hohen Mark. Bis zu 30 m hoch wird die Birke und erreicht einen Durchmesser von 80 cm. Ihr Höchstalter beträgt maximal 100 Jahre. Schon vorher wird die Birke oft inwendig morsch, ist dadurch aber keinesfalls wertlos. Viele Pilze und über 200 Insektenarten können diesen wichtigen Lebensraum nutzen.
 

Waldkiefer

Die Kiefer ist die hier am meisten vorkommende Baumart. Etwa jeder 3. Baum in Dorsten ist eine Waldkiefer, und doch ist sie nicht so bekannt wie  die Buche, Eiche, Birke und Fichte. Auf den vielerorts sandigen Böden zeigt sich die Waldkiefer in allen Ortsteilen und bestimmt unser Landschaftsbild mit der typischen rötlichen Rinde und den lichtdurchlässigen Kronen. Die Kiefernwälder, gemischt mit Birken und mit dem grünen Unterwuchs von Sträuchern, Farnen und Moosen, sind sehr wichtig für das Dorstener Klima. Aber nicht nur das. Seit 200 Jahren bis heute hat die Kiefer für mehrere Hundert Waldbauern eine große Bedeutung und ist für sie immer noch der „Brotbaum.“
 

Winterlinde

Selten, dass man einen kleinen zusammenhängenden Winterlinden-Wald in unserer Region findet. Deswegen ist dieses Wäldchen im Barloer Busch eine Rarität und wird hier vorgestellt. Die Bäume sind sehr schön, hochgestreckt, robust, vital und grün, übrigens bestes Schnitzholz und zeigen, dass sie Chancen haben die zunehmende Hitze und Trockenheit in den nächsten Jahren zu überstehen. Man findet sie in der Forstabteilung 2 L 4 direkt am Waldlehrpfad. Ein Schild weist darauf hin. Die Winterlinden sind über 60 Jahre alt und wurden damals gepflanzt.
 

Zypresse

Die mitten im Barloer Busch vorkommende aus Nordamerika stammende Zypresse ist eine Lawsons Scheinzypresse. Man findet sie in einer kleinen Gruppe gegenüber der Erlenbruchwald -Tafel. Sie ist eine wunderschöne immergrüne Baumart, schattenertragend und robust mit hoher Anpassungsfähigkeitein Baum der Zukunft. Wenn man die Nadeln zwischen den Fingern gut zerreibt, duftet es aromatisch nach Zitrone.

Texte: Bernhard von Blanckenburg mit Verwendung von Infos aus www.wikipedia.de

Forstbetrieb

Forstbetriebsbezirke (FBB) sind die Reviere der Forstämter von Wald und Holz NRW. Der Forstbetriebsbezirk Dorsten (Leiter: Forstoberinspektor Lennart Besten) betreut vor allem private Waldbesitzerinnen und -besitzer und den kommunalen Waldbesitz der Stadt Dorsten.

Die Aufgaben im Rahmen einer ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Bewirtschaftung:

  • Planung, Durchführung und Überwachung von Holzernte und Waldpflegearbeiten, wie z.B. Durchforstungen, auch der Bau und die Unterhaltung von Waldwegen
  • Forstpolizeiliche Aufsicht im Forstbetriebsbezirk (Stadtfläche Dorsten 171 qkm)
  • Prüfung, Begleitung und Abnahme förderfähiger Maßnahmen im Wald
  • Wahrnehmung betriebswirtschaftlicher, organisatorischer und administrativer Aufgaben
  • Kontakt zu Behörden, privaten Waldbesitzerinnen und -besitzern, politischen Instanzen, Umweltorganisationen und Verbänden etc.
  • Öffentlichkeitsarbeit und waldpädagogische Angebote

Text: Bernhard v. Blanckenburg /Internetabruf 27.07.2023 unter www.wald-und-holz.nrw.de

 

Die Forstbetriebsgemeinschaft Dorsten   

Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Dorsten ist ein Zusammenschluss von Waldbesitzern.

Diese Waldbauern haben 1997 eine Forstbetriebsgemeinschaft, die FBG Dorsten, gegründet mit dem Motto: Wir wollen die Nachteile geringer Waldflächengröße überwinden und durch Koordination von Maßnahmen im Wald zu besseren Ergebnissen kommen. Das Ziel bleibt dabei der standortgerechte, mehrschichtige Laub- und Nadelwald, ohne Kahlschlags-Verfahren.

Hauptvorteile sind die gemeinsame Pflanzenbestellung, die Koordinierung des Maschineneinsatzes und die Einbindung in Rahmenverträge des Forstamtes bei der Holzvermarktung.

In der FBG Dorsten sind 126 Waldbesitzer mit 1221 Hektar zu bewirtschaftende Waldfläche zusammengeschlossen (Stand 19.09. 2023 NLF Saerbeck).

Text: Bernhard von Blanckenburg, Dorsten, Sept. 2023

 

Das Regionalforstamt Ruhrgebiet

Das Regionalforstamt Ruhrgebiet ist Teil der Landesforstverwaltung und ist eine von 16 Außenstellen von Wald und Holz NRW. Wesentliche Aufgaben sind die Sicherung der Waldflächen und Waldfunktionen in der Metropolregion Ruhr.

Das Regionalforstamt mit Sitz in Gelsenkirchen umfasst alle forsthoheitlichen Aufgaben in den Kreisen Unna, Recklinghausen und Ennepe-Ruhr-Kreis sowie den Ruhr-Großstädten Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim und Oberhausen. Der Staatswald im Forstamtsbereich wird von den benachbarten Forstämtern in Wesel, Eitorf und Münster mit bewirtschaftet.

  • Im Regionalforstamt gibt es 14 Forstbetriebsgemeinschaften mit zusammen 24.000 ha Wald, die im Wesentlichen ihre Holzverkäufe per Betreuungsvertrag mit Wald und Holz NRW über das Forstamt vermitteln lassen. Diese Gemeinschaften sind freiwillige Zusammenschlüsse privater und kommunaler Waldbesitzer ohne eigenes Forstpersonal.
  • Über das Forstamt werden jährlich ca. 80.000 cbm. Rundholz für den Waldbesitz vermarktet. Es ist damit ein wichtiger „Player“ in der Holzvermarktung.

 

Text: B. von Blanckenburg u. Internetabruf: www.wald-und-holz.nrw.de v. 27.07.2023

Klimaschutz

Zum Klimaschutz finden sich eine Reihe von Informationen auf dem Waldlehrpfad, als Beispiel: Angaben zum Klimaschutzkonzept der Stadt Dorsten, zu der aktuellen Klimaerwärmung und wie man mit der Klimaproblematik im Wald umgeht. Ergänzend dazu sind hier einige Möglichkeiten aufgeführt, basierend auf den Fragen: Wie bleibt unser Wald auf Dauer vital? Wie kann man mehr CO2 binden?               

  • Waldaufbau mit wärmeliebenden, trockenbeständigen Baumarten wie Esskastanie, Douglasie, Wald-Kiefer, Lärche, Roteiche, Robinie und Winterlinde
  • Einbeziehung fremdländischer Baumarten z.B. die Douglasie. Sie ist sturmfester als die Fichte und hat eine breite Standortamplitude - feucht bis trocken
  • Erhöhung der Laubwald-Anteils (Buche speichert 37 % mehr CO2 als gleichstarke, gleichhohe Fichte)
  • Humusaufbau als CO2 Speicher (Altbäume erhalten, mehr Laubholz und Totholz)
  • Umbau von Nadelholz-Reinbeständen in stabile, stufige Laub- und Mischbestände
  • Alte Bäume schützen und fördern wegen hoher Sauerstoff-Produktion und in ihrer Funktion als Sturmbrecher im Waldbestand
  • Fortsetzung der Bodenschutz-Kalkung, dadurch Verringerung von Bodenversauerung
  • Erhöhung der Holzvorräte und damit Erhöhung der CO2 Speicherung

Text: Bernhard v. Blanckenburg, Dorsten, Auszug aus Beitrag 2013 für das „Integrierte Klimaschutzkonzept“ der Stadt Dorsten (Veröfftl. 2014)

Kompensationskalkung mit Hubschrauber in Dorsten  

Ziele dieser Kompensationskalkung:

  • Verbesserung des Bodenzustandes und damit eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes der Waldbestände zu erreichen
  • Die Säuren im Boden zu neutralisieren und ein Vordringen der Säure in tiefere Bodenschichten zu verhindern
  • Ein besseres Wurzelwachstum und das Bodenleben wieder anzuregen

Hintergrund:

Seit Anfang der 1980 er Jahre gibt es bundesweit zahlreiche Waldschäden, von Verfärbungen der Blatt- und Nadelmasse bis hin zum Absterben von ganzen Waldkomplexen. Durch verstärkte Stickstoffeinträge über die Luft kommt es zur Bodenversauerung mit negativen Auswirkungen auf das Feinwurzelsystem der Bäume. Durch Auswaschung von Schad- und Nährstoffen aus dem Waldboden wird langfristig auch die Gewässerqualität negativ beeinträchtigt. Um die Abgabe von Säurebildnern zu reduzieren, wurden bundesweit Gesetze und Verordnungen zur Luftreinhaltung verabschiedet. Bodenschutz-Kalkungen sollen zudem die Bodenversauerung mildern und damit die geschädigten Wälder stabilisieren.

Mit dem Hubschrauber wurden, vom Forstbetriebsbezirk Dorsten organisiert, in den Jahren 1997, 2000 und 2012 großflächige Bodenschutz-Kalkungen im Dorstener Wald durchgeführt, um die Bodenqualität zu verbessern. Sie wurden zu 90% vom Land NRW finanziert. Dadurch wurden Säureeinträge ausgeglichen, Nährstoffauswaschungen vermieden und das Bodenleben von Würmern, Käfern und Bakterien angeregt, feine Baumwurzeln wachsen seitdem wieder verstärkt.     

 

Text: Bernhard von Blanckenburg, Dorsten, unter Verwendung v. www.waldkalkung.com, Internet-Abruf vom 24.10.23

Geschichtliches

Der Ferdinand von Raesfeld-Gedenkstein

Ferdinand von Raesfeld wurde 1855 in Dorsten geboren und in der St. Agatha-Kirche getauft. Er wohnte erst in der Ursulastraße/ An der Vehme und später in dem markanten Haus mit Türmchen am Essener Tor.

Nach der Schule ging er oft zum Onkel Kurt v. R., der auf Gut Hohenkamp in Dorsten-Holsterhausen lebte und lernte dort den Umgang mit Armbrust und Kleinkalibergewehr.

Er besuchte das Gymnasium Petrinum in Dorsten bis zum Ende der Klasse 11. Um das Abitur zu erlangen, mussten die Dorstener Gymnasiasten den Schulort wechseln und nach Coesfeld oder Recklinghausen gehen. Somit legte Ferdinand von Raesfeld das Abitur in Coesfeld ab und setzte dann seinen Wunsch um, den er schon als Zwölfjähriger hatte. Er wollte Förster und Jäger werden, studierte an der Forstakademie in Eberswalde. 1881 machte er sein Staatsexamen zum Oberförster.

23 Jahre wirkte er auf der Ostseehalbinsel Darß-Zingst. Noch heute haben sich dort 2000 ha Kiefernwald gehalten, die er auf baumfreier Fläche anlegte. 1894 verfasste er Artikel für die Zeitschrift „Wild und Hund“. Im Laufe der nächsten Jahre schrieb er die Hauptwerke „Das Rotwild“ (1898), das „Rehwild“ (1905) und das „Deutsche Waidwerk“ (1913).

Er starb 1929 im oberbayrischen Marquartstein und bekam später auf dem Darß ein Ehrengrab und in Dorsten im Stadtwald „Barloer Busch“ einen Gedenkstein.

Textrecherche: Bernhard v. Blanckenburg, Dorsten (unter teilweiser Verwendung von Hintergrundinformationen/ Abbildung aus Wild und Hund Nr. 18/ 2005 u. de.wikipedia.org - Abruf v. 11.10.2023)

Literaturhinweis: Ferdinand von Raesfeld. AUS JUNGEN TAGEN. Erinnerungen an Heimat und Jugend., Kosmos Verlag, Neuauflage 2001 auf Grundlage der Ausgabe von 1920

 

Der „Steinerne Tisch“

Verschiedener Literatur ist zu entnehmen, dass es sich bei dem Standort im Barloer Busch um das ehemalige Areal einer hölzernen Turmhügelburg, einer Motte, handeln könnte. Auch von einer mittelalterlichen Fliehburg ist die Rede. Da keine gesicherten Kenntnisse vorliegen, haben sich ortsansässige Heimatkundler 2023 auf den Begriff einer mittelalterlichen Schanzenanlage geeinigt. Eine Hinweistafel wird dort angebracht. Noch erkennbar ist die Gräfte, die den „Steinernen Tisch“ im Abstand von ca. 20 m umläuft. Aufzeichnungen zum Errichtungszeitpunkt oder zum Errichter des seit über 100 Jahren an diesem Standort bekannten „Steinernen Tisch“ existieren nicht.  Man vermutet einerseits wohl das 19. Jahrhundert, aber der alte Stein könne auch ein verbliebener Mühlstein gewesen sein von der früheren Barloer Mühle (Mühle des Gutes Barlo), die sich dort befand, wo heute die Dorstener Drahtwerke sind. Der „Steinerne Tisch ist in Dorsten und Umgebung als Rastplatz für Wanderer, Treffpunkt für Jung und Alt, Versammlungs- und Veranstaltungsort, sowie als Ziel für Geocache bekannt. Bei den im Barloer Busch stattfindenden Stadtjagden wurde das erlegte Wild hier zur Strecke gelegt.

1907 wurde bereits der „Steinerne Tisch in der Dorstener Volkszeitung erwähnt.

2009 wurde der bis zu diesem Zeitpunkt aus einem alten Mühlstein bestehende Tisch von Unbekannten zerstört.

2019 initiierte die Stadtteilkonferenz“ Bürger Runde Feldmark“ die Neuerrichtung des „Steinernen Tisch“ aus Mitteln des Heimatcheck-Förder-Programm des Landes NRW. Kurz vor Weihnachten 2019 wurde der jetzt aus Beton gestaltete Tisch neu aufgestellt.

2022 ergänzte die „Bürgerrunde Feldmark“ die über den „Steinernen Tisch“ bestehende Schutzhütte mit Sitzbänken.

Textrecherche: Bernhard von Blanckenburg, Okt. 2023, unter Verwendung von Angaben der „Bürgerrunde Feldmark“

 

Die Mittelalterliche Schanzenanlage

Noch heute lässt sich in direkter Nähe des Steinernen Tisches eine rechteckige Schanzenanlage finden. Die, über die Jahre mit Laub zugefallenen, aber immerhin noch etwa 1 m tiefen Gräben sind gut auszumachen. Heimatforscher haben unterschiedliche Einschätzungen vorgenommen. Ein Autor (Rolf Schulte) hat auf eine frühmittelalterliche Erdhügelburg, eine sogenannte Motte, geschlossen. Zudem ist von einem, nur wenige Hundert Meter entfernten, untergegangenen Schloss der Herren von Barlo die Rede. An der vermuteten Stelle sind 1933 Wälle abgetragen worden und bei den Arbeiten hat man Brandspuren, Eichenbohlen und noch Steine und Porzellan gefunden.

Mittelalterliche Fliehburg, Schanzenanlage, Motte, Schloss -- eine gute Übersicht zu all dem, zum Nachlesen, findet man in dem Bericht von Ulrich Poll, erschienen im Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten 2023, S. 103-109, “Gut Barlo - Was bleibt von dem ehemaligen Adelssitz im Dorstener Stadtsfeld?“

 

Der historische Feldstein

Am nordöstlichen Waldrand bei der Krüskamp-Brücke, lässt sich ein historischer Feldsandstein von 1853 finden. Es ist ein erhaltener sogenannter Lochstein oder Schnurstein, ein Grenzstein, der oberirdisch nach einer Vermessung für den heimischen Bergbau gesetzt wurde. Die Lochsteine zeigten an, wie weit der unterirdische Abbau des Bergbaugebietes Dorsten gehen durfte. Im Bergbaumuseum von Bochum sind mehrere dieser Steine ausgestellt und dort als Lochsteine benannt.

Text und Recherche: Bernhard von Blanckenburg unter Zuhilfenahme von Angaben zu Lochsteinen von de.wikipedia.org-Abruf am 24.10.2023 um 14:54 Uhr,

siehe auch Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten 2017, Dr. Josef Ulfkotte: Alter Feldstein im Barloer Busch

Dorstener Bergbau und Wald

Die Bewirtschaftung des Barloer Busches unter bergbaulicher Einwirkung

Dorsten ist seit 1913 Bergbaustadt. Der aktive Bergbau endete im Dezember 2008. So wurde seit ca. 100 Jahren im Umfeld von Dorsten Kohle abgebaut. Die Bergbaukultur ist geblieben. Bergmannssprache, die Zechenkolonien, die Museen, die Halden und die Erzählungen der Kumpels zeugen davon.

Auskohlung heißt: mehrere Kohlefelder mit Strebe auf einer Breite von vielleicht 300 m und einer Länge von 1000 m werden abgeteuft, abgebaut und ausgekohlt. Beim Abbau bricht schon ein Teil des Deckgebirges ein. Dies löst Erderschütterungen aus, die in Dorsten zu bemerken waren.

Während der aktiven Zeit, vor allem im Jahr 2006, sind über 1.000 Erderschütterungen seismographisch aufzeigt worden. Zusätzlich hat der TÜV Essen die Erschütterungen in den Hauptjahren des Abbaus gemessen. Die Zeche (zuletzt das Bergwerk Lippe) hatte 7 Schächte und förderte zum Ende 2008 noch 8.000 t Kohle pro Tag aus zwei Abbaubetrieben. Sie hatte im Zeitraum des Bergbaus drei Sohlen angelegt, die Tiefste in ca. 1000 m. Jährliche Senkungen von bis über einem Meter waren im Barloer Busch vorausberechnet. Das zwischen dem Wald, also der Bodenoberfläche und der Kohle liegende Sedimentgestein verschob sich. So ist der Wald stellenweise bis zu 11 m abgesackt. Der Grundwasserspiegel ist seitdem verrutscht. 

Durch den Bergbau sank der Wald herunter ins Grundwasser. Neue Gräben wurden angelegt und ein Pumpwerk gebaut, das Wasser aus dem Barloer Busch über ein Sammelbecken in den Rapphoffsmühlenbach bringt. Jedoch reichte dies nicht aus. Dass Grundwasserstand im Gelände nicht selten ebenerdig, besonders nach Regenperioden. Die Flurabstände betrugen in weiten Teilen nur 20 bis 50 cm. Um über gebotene Baumaßnahmen entscheiden zu können, wurde eine neue Vermessung der Bergsenkungsflächen bestellt. Diese Vermessung durch den Lippeverband wurde angekündigt. Das Forstamt im Verbund mit dem Eigentümer hatte auf Entwässerung gedrungen. Ohne diese Maßnahmen würde die Seenbildung fortschreiten und der Barloer Busch verlöre viele seiner Leistungen.

Der von den Bergsenkungen am meisten betroffene Dorstener Stadtwald, der Barloer Busch, war mit seinen 78 ha für die jährliche gutachterliche Schadensüberprüfung in 53 Waldaufnahmeflächen eingeteilt worden. Zu Zeiten des aktiven Bergbaus starben bis zu 300 Bäume pro Jahr, seit 2011 starben 69 Bäume im Schnitt pro Jahr. 2015 verabschiedeten sich 120 Bäume (56 abgestorben, 64 Windwurf). Die Schäden im Barloer Busch an Bäumen, Gräben und Wegen mussten erfasst und ausgeglichen werden. Zuwachsschäden, Baumarten-Zwangswechsel und vorzeitige Nutzung mussten berücksichtigt werden.  Die gesamten Holzgewinnungs- und Rekultivierungsarbeiten verlangten einen sehr hohen Aufwand.

Teilweise sind Forstarbeiten wegen des engmaschigen Grabensystems nicht durchführbar gewesen. Die Basis in den Verhandlungen beruht auf dem Verursacherprinzip. Dabei war die Zusammenarbeit in diesen Fragen des Waldbesitzers, des Forstamtes, der Gutachter mit der RAG konstruktiv.

Für das Forstamt stand der Erhalt des Waldes an erster Stelle. Der Barloer Busch sollte waldfähig bleiben, ein Dauerwald, der naturnah entwickelt wird, zum gesunden, standortgerechten Laub -und Mischwald.

In einigen Teilbereichen, mit sehr starken Mulden verzichteten wir auf jegliche Nutzung, förderten dort das Totholz und die Naturverjüngung von Erle, Eiche, Weide. Wir überließen die Flächen der natürlichen Sukzession. Sie bieten dort Raum für den Buntspecht, für Sumpfmeise und Grasfrosch und den Libellen und der Schwertlilie gegenüber. Die Aufrechterhaltung des Pumpwerkes ist weiter sehr entscheidend, wie es dem Wald in Zukunft ergeht. Die Verkehrssicherung an den Wegen, eine Pflicht des Eigentümers. Sie wurde mit erhöhtem Aufwand durchgeführt.

Der vorstehende Text wurde 2016 geschrieben. Sieben Jahre sind vergangen und die Situation hat sich verändert. Den Bergbau gibt es nicht mehr. Man sieht noch rauchgeschädigte flache Baumkronen an Altkiefern, ebenso das engmaschige Grabensystem im Barloer Busch und das Pumpwerk als vielleicht letzte Zeugen des Bergbaus im Gelände. Viel mehr nicht. Es kamen nach 2017 der Sturm Frederike und mehre Jahre von großer anhaltender Trockenheit. Die Baumartenzusammensetzung wurde dadurch beeinflusst. Nahezu alle Fichten sind durch Wassermangel und folgendem Borkenkäferbefall abgestorben. Der Grundwasserstand ist in den Trockenjahren gefallen und die frühere, durch zu viel Wasser im Wald gestresste Lage der Bäume, hat sich entspannt. Ob es so bleibt, wissen wir nicht.

Weitere Geländeeinbrüche unter dem Barloer Busch sind nicht ausgeschlossen, verbunden damit auch Veränderungen, aber weit entfernt von den verursachten Schäden zu aktiver Zeit der Kohlegewinnung von Fürst Leopold oder vom späteren Bergwerk Lippe.

Text:  Bernhard von Blanckenburg, Dorsten, Oktober 2023, unter Verwendung von de.wikipedia.org, Bergwerk Fürst Leopold, Okt. 2023 um 15:20 Uhr; siehe auch Heimatkalender Dorsten/ Herrlichkeit Lembeck 2021, v. Blanckenburg: “ Der Barloer Busch ohne Lobby - ein städtischer Wald im Spannungsfeld von Forstwirtschaft und Bergbau“.

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