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Altendorf-Ulfkotte

Der Doppel-Stadtteil geht auf Bauernschaften zurück, die um 900 n.Chr. beurkundet sind und zum Stift Xanten, dem Reichshof Dorsten, nach Kurköln und der Abtei Werden abgabepflichtig waren. Doch schon vorher, bereits um 200 v.Chr., liegen Hinweise auf menschliche Besiedlung - belegt durch 2 Hügelgräber - vor. Bis zur Kommunalen Neugliederung 1975 gehörte Altendorf-Ulfkotte zu Marl und ist heute Grenze zum industriellen Ballungsraum mit Blick auf die Hürfeld Halde in Dorsten und die Scholver Halde in Gelsenkirchen. In seinem Ursprung war der Ortsteil bis zum Beginn der Industrialisierung rein landwirtschaftlich geprägt.

Das Wappen - eine silberne Pflugschar mit Hülsekrabbe (Ilex) wurde 1987 entworfen, der diagonale Wellenbalken symbolisiert den Erdbach, der die ursprünglichen Siedlungen Altendorpe und Huselar trennte.Das Wappen - eine silberne Pflugschar mit Hülsekrabbe (Ilex) wurde 1987 entworfen, der diagonale Wellenbalken symbolisiert den Erdbach, der die ursprünglichen Siedlungen Altendorpe und Huselar trennte.

 

Hardt und Östrich

Der moderne und erst seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts als Wohngebiet erschlossene Stadtteil Hardt war ursprünglich rein landwirtschaftlich geprägt. Der Ortsteil Östrich hatte in früheren Zeiten zu Gahlen gehört, davor wird er auf historischen Karten zu Dorsten gerechnet. Erst 1975 - nach der Kommunalreform - beginnt Östrichs westfälische Ära. Im Bereich der Clemens-August-Straße verlief die Grenze zwischen Rheinland und Westfalen, sie hieß früher "Grenzstraße". Hier teilten sich auch die Religionszugehörigkeiten zwischen dem katholisch und evangelisch gemischten Niederrhein und dem streng katholischen Vest Recklinghausen.

Dorsten-Altstadt und Feldmark

Die alte Hansestadt blickt auf mehr als 750 Jahre Stadtgeschichte zurück, ist aber in ihrer Besiedlung wesentlich älter. Hof- und Wohnanlagen, die unter den Namen Durstina und Durstinon angelegt wurden, nutzen die mäandrierende Lippe und die durch Sumpf und Wasser an drei Seiten geschützte Lage. Aus dieser sicheren Siedlung entwickelte sich dann der Marktflecken, der 1251 die Stadtrechte durch den Landesherrn, Konrad von Hochstaden, erhielt und als eine "kleine Hansestadt" wirtschaftlich erblühte. Holzhandel und Schiffbau sicherten über die Jahrhunderte hinweg den Wohlstand der Stadt. Erst mit dem Dreißigjährigen Krieg, Einquartierungen und zahlreichen Streitigkeiten der umliegenden Landesherren verarmte Dorsten. Mit dem Bau der Eisenbahnlinien 1852 begann der erneute Aufstieg. Zur Altstadt gehören die Feldmark - ehemaliges Weidegebiet der Dorstener Ackerbürger - und das Stadtsfeld.

Das Wappen der Stadt, schwarzes Hochkreuz auf silbernem Schild, trägt den Schlüssel, ein Symbol für den Patron des Erzbistums Köln, den Hl. Petrus

Das Wappen der Stadt, schwarzes Hochkreuz auf silbernem Schild, trägt den Schlüssel, ein Symbol für den Patron des Erzbistums Köln, den Hl. Petrus.

 

 

Hervest und Dorf Hervest

1188 findet sich der Pfarrort Hervorst im Güterverzeichnis des Grafen von Dale. Bereits im 14. Jahrhundert bildete sich um das Anwesen eine kleine Siedlung. Direkt an der Lippe-Schleife entstand dann das Dorf Hervest, das bis auf den heutigen Tag ein eigenes Selbstbewusstsein pflegt. Der Turm der Pauluskirche gilt als einer der ältesten Bauwerke in Dorsten.
Erst in den 20er Jahren entstand im Schatten der Schachtanlage Fürst Leopold die Zechensiedlung Hervest, daneben entwickelte sich ein kleines Geschäftszentrum für die zumeist eingewanderten Hervester Bergleute und ihre Familien. Die Zechensiedlung steht unter Denkmalschutz, die Flächen der inzwischen stillgelegten Schachtanlage werden entwickelt und sollen in den nächsten Jahren mit Geschäften, Gewerbebetrieben und Freizeitanlagen zu neuem Leben erwachen.

Drei goldene Hechte auf blauem Schild führt Hervest als Wappen, es gehörte ursprünglich der bereits um 1400 ausgestorbenen Familie derer von Hervorst.

Drei goldene Hechte auf blauem Schild führt Hervest als Wappen, es gehörte ursprünglich der bereits um 1400 ausgestorbenen Familie derer von Hervorst.

 

Aus dem ursprünglichen Wappen hervorgegangen ist 1939 das Hoheitszeichen des Amtes Hervest - ein goldener Schlüssel auf schwarzem Feld - angelehnt an das Wappen der Herrlichkeit Lembeck - getrennt durch einen silbernen Wellenbalken, der die Lippe darstellen soll. Das Wappen existierte bis zur Kommunalreform 1975.

Aus dem ursprünglichen Wappen hervorgegangen ist 1939 das Hoheitszeichen des Amtes Hervest - ein goldener Schlüssel auf schwarzem Feld - angelehnt an das Wappen der Herrlichkeit Lembeck - getrennt durch einen silbernen Wellenbalken, der die Lippe darstellen soll. Das Wappen existierte bis zur Kommunalreform 1975.

 

Holsterhausen

Einer der ältesten Ortsteile ist Holsterhausen, in der Zeit zwischen 11 und 7 vor Chr. ist hier ein römisches Marschlager nachgewiesen. Wegen der häufigen Lippehochwasser veränderte das nur leicht befestigte Lager mehrfach seine Lage, zahlreiche Funde belegen nicht nur die Anwesenheit römischer Legionäre, sondern auch sächsische Bauernhöfe im Bereich Holsterhausen.
Um 1150 ist Holsterhausen mit dem Gut Hagenbeck im Hebregister der Abtei Werden erwähnt. Unter Napoleon kam Holsterhausen zu Altschermbeck, unter den Preußen wenige Jahre später zum Vest Recklinghausen. Seit 1943 gehört der Ortsteil zu Dorsten.
Der Stadtteil ist stark vom Bergbau und industrieller Architektur geprägt und hat sich zu einem attraktiven Nebenzentrum entwickelt. Auf den Flächen des ehemaligen Römerlagers wurde ein Neubaugebiet erschlossen. Die mittelalterlichen Herren des Ortsteils, die Familie Hagenbeck - Grabplatten der Ritter liegen heute noch in der St. Antonius-Kirche - haben das Wappen des Ortsteils beeinflusst:

Drei goldene Ringe auf rotem Schild bilden den Grund, zwei goldene Wellenlinien wurden seitens der Gemeinde 1935 hinzugefügt und bilden damit einen erkennbaren Unterschied zum FamilienwappenDrei goldene Ringe auf rotem Schild bilden den Grund, zwei goldene Wellenlinien wurden seitens der Gemeinde 1935 hinzugefügt und bilden damit einen erkennbaren Unterschied zum Familienwappen.

 

Deuten

Wappen von DeutenDas niederdeutsche "Doyten" soll ursprünglicher Name des heutigen Deuten sein - es gibt auch andere Herleitungen aus dem Sächsischen. So wird in den Werdener Urbaren der Ortsteil Deuten mit dem Namen "Thitina" benannt, vielleicht abgeleitet vom gothischen "thiut" und altsächsischen "Thiod", das so viel bedeutet wie "Volk", man kann daher auf einen Ursprung von "Volksplatz" oder "Siedlung auf gemeinsamem Land" schließen. Sicher ist, dass hier ein "Freistuhl" existierte, Zeichen frühmittelalterlicher Gerichtsbarkeit. Deuten wurde 890 zum ersten Mal in den Büchern der Abtei Werden erwähnt, zusammen mit Dorsten, Sölten und dem Emmelkamp. Vorgeschichtliche Funde - Grabhügel und ein Kreisgräberfriedhof mit 120 Bronzezeitgräbern - belegen frühe Bronze- und jungsteinzeitliche Siedlungen in diesem Gebiet.
Wichtigstes Bauwerk war sicherlich über die Jahrhunderte hinweg die Tüshaus Mühle, die heute als Technisches Kulturdenkmal gepflegt wird. Auf dem gleichnamigen Hof tagte das 1482 von den Herren von Lembeck eingesetzte Bauern- und Markengericht.
Unter der Aufsicht des Wessel von Lembeck, der die Gerichtsbarkeit vertrat, fanden zudem regelmäßige Waffenübungen statt, an jedem 24. Juni auch ein ganztägiges Vogelschießen, aus dem die heutigen Schützenvereine hervorgegangen sind.
Deuten ist trotz seiner Geschichte ein junger Stadtteil - Familien mit Kindern haben die reizvolle Umgebung zwischen den Naturschutzgebieten Deutener Moor und Schwarzem Venn für sich entdeckt. Die Moore sind beliebtes Ziel für Wanderer, der Besuch ist streng reglementiert.

Heimatverein Deuten

Rhade

Ein Flurname, der in einem Lehensbrief 1217 aktenkundig wurde, spricht von "Rothe" - das bedeutet wohl gerodetes Land, auch die anderen Schreibweisen "Rode" und "Rodde" deuten auf Waldrodungen hin.
Die Siedlung wuchs rasch, bereits 1489 besaß Rhade als selbstständige Pfarrgemeinde eine eigene Kapelle, später eine eigene Kirche. Ein Schutzturm mit massiven Seitenwänden diente der Bevölkerung als Zufluchtsort, als 1598 plündernde Soldaten eines spanischen Heeres über Rhade herfielen. Wenngleich die Bevölkerungszahl nach zahlreichen Kriegen und Plünderungen immer wieder dezimiert wurde, entwickelte sich der Ort zu einer Gemeinde, die zwischen 1839 und 1841 eine dreischiffige Hallenkirche anstelle der alten Kapelle bauen konnte.
Heute ist Rhade eine gute Adresse für junge Familien, die sich den dörflichen Traditionen der Siedlung gerne anschließen. Die Rhader Wassermühle und das "Soggebergsche Haus" werden vom örtlichen Heimatverein bewirtschaftet und sind sehenswert.

Das Wappen erinnert an die Rodung - ein schwarzer Baumstumpf ist auf goldenem und blauem Schild abgebildetDas Wappen erinnert an die Rodung - ein schwarzer Baumstumpf ist auf goldenem und blauem Schild abgebildet.

Lembeck

Der Name "Herrlichkeit Lembeck" geht auf die Herrschaft der Herren zu Lehmbeeke oder Lembeek zurück - in einer Urkunde des Kaisers Heinrich II. von 1017 wird der Name erstmals erwähnt.
Die Herren zu Lembeck sind seit 1177 bekannt, die Pfarre dort seit 1217. Angenommen wird, dass die erste Hauptburg dem Kirchturm gegenüber auf der Burgwiese stand, erst im 15. Jahrhundert wurde das heutige Schloss gebaut, das in seiner modernen Form im 17. Jahrhundert entstand. Zeitweilig soll es zwei Burgen gegeben haben, um 1390 vereinte ein Johann von Lembeck den durch Erbe geteilten Besitz, eine weibliche Erbfolge führte aber bald zu einer erneuten Teilung. Erst seit 1486 wurde die Herrlichkeit, der auch die Gerichtsbarkeit unterstand, endgültig geeint. Seit 1526 gehörten der Besitz durch Heirat in die Familie Westerholt, seit 1702 leben hier deren Nachfahren, die inzwischen zur Familie Merveldt gehören.
Besitzansprüche zwischen den Herren von Lembeck und den Dorstener Bürgern um die Brückenrechte und Ländereien am nördlichen Stadtgraben prägten lange das Zusammenleben zwischen Lembeck und Dorsten. Mit Aufhebung des Lehnswesens 1803 hat sich das Dorf Lembeck zu einer selbstbewussten Gemeinde entwickelt, die ihre alten Traditionen pflegt und gleichzeitig modern und aktiv an der Entwicklung ihres Ortsteils mitarbeitet. Der nördliche Stadtteil inmitten von Wiesen, Äckern und Feldern gilt als attraktiver Wohnort mit guter Infrastruktur und hat mehr und mehr ein eigenes Gesicht entwickelt. Der jährlich stattfindende "Lembecker Tiermarkt" ist eine Touristenattraktion, die in ganz NRW bekannt ist.

Das Wappen der Gemeinde wurde von den Herren von Lembeck übernommen, es ist durch ein Siegel aus dem Jahre 1254 überliefert, es zeigt ein silbernes Nesselblatt auf rotem SchildDas Wappen der Gemeinde wurde von den Herren von Lembeck übernommen, es ist durch ein Siegel aus dem Jahre 1254 überliefert, es zeigt ein silbernes Nesselblatt auf rotem Schild.

Wulfen und Wulfen-Barkenberg

Die Gemeinde Wulfen wird als Hofname im Jahre 1280 unter "Vulfhem" in einer Urkunde aufgeführt. Die Familie von Wulfheim gilt als Stifter der Kirche. Ein Johann von Wulfen war von 1378 bis 1399 Gemeindepfarrer der Wulfener Kirche, wahrscheinlich gehörte die Gemeinde bis zur Auflösung des Fürstbistums nach Münster, später geriet Wulfen als Kirchspiel der Herrlichkeit Lembeck unter die Herrschaft der Fürsten von Salm, das ab 1810 Teil des Französischen Kaiserreiches unter Napoleon war. Kriege und Einquartierungen im westfälischen Umfeld ließen Wulfen nicht unberührt. In Dorsten einquartierte Spanier - im spanischen Erbfolgekrieg kämpften die Niederlande Ende des 16. Jahrhunderts erbittert gegen die habsburger Herrschaft - plünderten marodierende Truppen etwa 30 Familien, wobei nicht nur Vieh gestohlen und Häuser verbrannt wurden, sondern insbesondere auch Quälereien und Grausamkeiten an der dörflichen Bevölkerung urkundlich belegt sind.
Auch während des Dreißigjährigen Krieges war Wulfen stark betroffen und musste - so eine Quelle - im Jahre 1649 "zur Abwehr bitterer Militärexekutionen nach schweren Kriegskontributionen" an die Hessen Reparationszahlungen leisten. Das moderne Wulfen besteht heute aus einem über Jahrhunderte gewachsenen Kern. Moderne Siedlungen, aber auch industrielle Gewerbe haben sich angesiedelt, ein Wahrzeichen ist der Brauturm der ehemaligen Rose-Brauerei, die hier über Jahrzehnte hinweg Bier braute. Heute ist das Gelände zu einem Einkaufszentrum umgebaut.
Neben "Alt-Wulfen" wurde ein nach modernsten planerischen Erkenntnissen der 40er, 50er und 60er Jahre entwickelter neuer Stadtteil gebaut, die "Neue Stadt Wulfen", die sich Wulfen-Barkenberg nennt. Innovative Planungen mit verkehrsberuhigten Wohn- und Lebensbereichen, architektonische Visionen im Einfamilien- wie Mehrfamilienhausbau und zahlreiche innovative Ideen prägen Barkenberg und seine Bewohner, die als eine geschlossene und eingeschworene Gemeinschaft ihren Ortsteil beleben. Im Rahmen des Städtebauförderungsprogramm "Stadtumbau West" wurden  zwischen den Jahren 2007 und 2014 einige zu Stein gewordene Visionen, die sich in der Realität als unpraktikabel erwiesen haben, rückgebaut.

Das Wappen der Wulfener geht auf die Zeichen der Ritter von Wulfheim zurück und zeigt einen silbernen Wolfskopf auf blauem Schild.Das Wappen der Wulfener geht auf die Zeichen der Ritter von Wulfheim zurück und zeigt einen silbernen Wolfskopf auf blauem Schild.

 Literatur über Wulfen ab 1955
zugleich Bibliographie "Neue Stadt Wulfen"
zusammengestellt von der Stadt- und SchulBibliothek (jetzt: "Bibi am See")

Virtueller Rundgang durch Barkenberg von Rainer Diebschlag, mit Übersichtsplan Barkenberg

Nach 100 Stadtteil-Spaziergängen zwischen 2006 und 2017 finden 2018 keine weiteren geführten Rundgänge mehr statt.

Grünkonzept Barkenberg

 

 Bücher über  Dorsten "Heimatkunde"

Stadtplan von Dorsten