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Fürst Leopold
26.11.2021
Saniertes Fördergerüst strahlt in die Zukunft Arbeiten auf Zeche Fürst Leopold beendet / Lichtinstallation am Abend

Die Sanierung des Fördergerüstes der Zeche Fürst Leopold Schacht 2 ist abgeschlossen − den „leuchtenden“ Schlusspunkt der Arbeiten bildet eine Illumination des Denkmals. Wenn es dunkel wird über dem Zechengelände zeigt sich ab Freitag (26. November) Dorstens neues Wahrzeichen in seiner ganzen Dimension: Das 42 Meter hohe Gerüst strahlt mit seiner filigranen Konstruktion würdevoll in den Himmel und markiert zugleich den Förderschacht 2, der hier einst 1034 Meter in die Tiefe führte.

Fürst Leopold

Bild 01: Ansicht des Fördergerüstes der Zeche Fürst Leopold vor Beginn der Sanierungsarbeiten. Foto: Klaus-Peter Schneider
Bild 02: Während der Sanierung war das Denkmal zeitweise komplett eingehaust. Hinter der Plane erfolgte Stück für Stück mittels moderner Lasertechnik die Begutachtung der Stahlkonstruktion. Foto: Markus Bollen
Bild 03: Aktuelle Ansicht der Zeche Fürst Leopold Schacht 2. Nachdem drei Farbanstriche im Rahmen der Sanierungsarbeiten abgetragen worden waren, kam der Originalfarbton zum Vorschein: Telegrau, ein sehr heller Grauton. Foto: Klaus-Peter Schneider
Bild 04 und 05: Ab Freitag (26.11.) wird die Illumination des Fördergerüstes der Zeche Fürst Leopold in einem weißen Licht erfolgen, das den edlen weiß-grauen Farbton des Fördergerüsts besonders zur Geltung bringt. Fotos: Markus Bollen
Bild 06 (v.l.n.r.): Abstimmungstermin vor Ort. Dieter Dressler (Böll Architekten), Paul Georgi (Technischer Leiter Industriedenkmalstiftung), Christian Mentrup (LichtWERK) Tobias Stockhoff (Bürgermeister Stadt Dorsten), Ursula Mehrfeld (Geschäftsführerin Industriedenkmalpflege), Angela von Hall (Untere Denkmalbehörde Dorsten) und Heinrich Böll (Böll Architekten) verständigten sich auf den weißen Farbton für die Beleuchtung. Foto: Markus Bollen

„Der Erhalt des denkmalgeschützten Fördergerüsts ist durch die umfängliche Sanierung, die wir dank einer Förderung aus Städtebaufördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen durchführen konnten, nun für viele Jahre gesichert“, erklärt Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, Eigentümerin der Zeche Fürst Leopold Schacht 2. „Mit der abschließenden Illumination setzen wir das Denkmalensemble aus Fördergerüst und Maschinenhaus einmal mehr in Wert und bereichern den beliebten Dorstener Standort Fürst Leopold um ein High-Light mit Wahrzeichen-Charakter.“
24 LED-Strahler an verschiedenen Stellen des Gerüsts sorgen für die eindrucksvolle Beleuchtung. Bestandteil der Installation ist der Einsatz von vier Lasern auf dem Dach des Gerüsts. Die Laserlichter simulieren die Förderseile, die hier einst von den Seilscheiben ins Maschinenhaus führten.

„Bürgerschaft und Stadt sind der Industriedenkmalstiftung sehr dankbar für die wunderbar gelungene Sanierung dieses herausragenden Denkmals. Mit der Illumination erhält Dorsten im Wortsinne einen neuen Leuchtturm“, sagt Tobias Stockhoff, Bürgermeister der Stadt Dorsten. „Denn das Fördergerüst und die Maschinenhalle prägen nicht nur unseren Zechenstadtteil Hervest, sondern die gesamte Stadt und sind an diesem Ort ein wichtiges Zeugnis unserer stolzen Bergbau-Geschichte. Dass Laserlichter zwischen Gerüst und Maschinenhaus die Förderseile simulieren, macht diesen Teil der Stadtgeschichte auch für unsere Kinder und Enkelkinder anschaulich und zugleich verdeutlichen diese Lichtseile die Verbundenheit und die gute Zusammenarbeit zwischen Bergbauverein und Stadt sowie Stiftung.“
Die Illumination des Industriedenkmals wird ab Freitag (26.11.) in einem weißen Licht erfolgen, das den edlen weiß-grauen Farbton des Fördergerüsts besonders zur Geltung bringt. Mit Eintritt der Dämmerung bis um Mitternacht an Werktagen und in der Samstagnacht bis 2 Uhr soll das Denkmal erstrahlen. Darauf verständigten sich Stiftung, Stadt und Untere Denkmalbehörde. Die getroffene Farbwahl, die Auswahl der Zeitabschnitte und eine mögliche Beleuchtung zu besonderen Anlässen auch in anderen Farben müssen noch mit der Unteren Denkmalbehörde und der Stadt abgestimmt werden.
Die Beleuchtung „ist das Sahnehäubchen“ kommentiert Gerd Schute, Vorsitzender des Vereins für Bergbau-, Industrie und Sozialgeschichte e.V. mit einem zufriedenen Blick auf das Fördergerüst. „Allein die Sanierung ist schon eine großartige Maßnahme. Gerüst und Maschinenhaus, die den Kern der Zeche bilden, bleiben so der Nachwelt erhalten. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass zusätzlich auch noch das Beleuchtungskonzept umgesetzt werden konnte.“
Die Sanierungsarbeiten wurden planmäßig innerhalb von rund zwei Jahren durchgeführt. Dazu war das Denkmal zeitweise komplett eingehaust. Hinter der Plane erfolgte Stück für Stück mittels moderner Lasertechnik die Begutachtung der Stahlkonstruktion. Viel Handarbeit war erforderlich. Das Gerüst musste abgestrahlt werden. Geschädigte Trägerteile wurden denkmalgerecht ausgetauscht, Korrosionsschutz und Farbe aufgebracht. Die Sanierung erfolgte aus Mitteln der Städtebauförderung des Bundes und des Landes in Höhe von 2,1 Millionen Euro.
Für eine Überraschung sorgte die Farbanalyse des Gerüstanstrichs. Es war zu Betriebszeiten üblich, Gerüste im Rahmen der Erhaltungsmaßnahmen über die Jahre hinweg immer wieder neu zu überstreichen. Zuletzt zeigte sich das Dorstener Gerüst in einem matten Grünton. Nachdem drei Farbanstriche im Rahmen der Sanierungsarbeiten abgetragen worden waren, kam der Originalfarbton zum Vorschein: Telegrau, ein sehr heller Grauton. Bestens als Grundlage geeignet, um die farbige Palette der Lichtinstallation zur Geltung zu bringen.



 

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