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Aktuelles Dorsten


Aktuelles März
01.03.2019
Stellungnahme zur Berichterstattung der Dorstener Zeitung zum Fall „Lukas“ auf www.dorstenerzeitung.de sowie auf der Facebook-Seite des Medienhauses

Der Bericht beruht – soweit es den konkreten Fall betrifft – nur auf einer einzigen Quelle. Die zitierten Behauptungen sind in weiten Teilen unrichtig oder verzerrend und geben insgesamt ein falsches Bild wieder. Die Stadt Dorsten widerspricht dieser Darstellung und verwahrt sich gegen die aufgestellten Behauptungen.

Richtig daran ist, dass von der Großmutter ein Hinweis auf eine vermutete Kindswohlgefährdung gegeben wurde. Weiter berichtet die Dorstener Zeitung dann, dass die Großmutter wissen wolle, warum das Jugendamt nicht gehandelt habe.

Die berichterstattende Redakteurin hatte die Stadt Dorsten im Rahmen ihrer Recherchen abstrakt gefragt, was in einem solchen Fall passiert. Diese Darstellung wird hier nicht im Zusammenhang mit dem konkreten Vorwurf verwendet, sondern in einem separaten Artikel.

Beim Abgleich von Vorwurf und städtischem Handlungserfordernis wäre klar zu erkennen gewesen, dass bei einem solchen Vorwurf immer gehandelt wird:

„Kann eine akute Kindeswohlgefährdung nicht ausgeschlossen werden, erfolgt eine umgehende Überprüfung der Meldung durch zwei erfahrene Fachkräfte im Vieraugenprinzip. Hierbei ist die Inaugenscheinnahme des Kindes ein wesentlicher Bestandteil der Überprüfung. 

Dies führt oftmals dazu, dass eine Überprüfung bei einem Hausbesuch geschieht. Nach Möglichkeit soll im Zusammenspiel mit den Sorgeberechtigten diese Überprüfung erfolgen. Dabei werden ihnen auch Jugendhilfeangebote dargestellt und Unterstützung angeboten. 

Sind eindeutige Hinweise auf akute Kindeswohlgefährdung festgestellt worden und Eltern nicht in der Lage oder mitwirkungsbereit, den Schutz des Kindes zu gewährleisten, wird eine Herausnahme als letztes Mittel unvermeidbar.“

Auch in diesem Fall wurde exakt so gehandelt.

Hinweise darauf hätte der Berichterstatterin auch der Strafprozess geben können, in dem der Lebensgefährte der Mutter für die Tötung des Jungen zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Die Dorstener Zeitung hatte seinerzeit ausführlich über den Prozess berichtet.

In solchen Verfahren prüfen Staatsanwaltschaften automatisch, ob Mitarbeitern von Jugendämtern schuldhaftes Verhalten vorgeworfen werden kann. Auch in diesem Fall wurde die Akte angefordert und geprüft. Ein Ermittlungsansatz wurde dabei nicht festgestellt.

Es bleibt festzuhalten, dass es zu keinem Zeitpunkt eine Kindeswohlgefährdung gab und es keinen Anlass gab, den Jungen von der Mutter zu trennen.

Die tragische Tötung des Jungen, die auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamtes Bestürzung ausgelöst hat, geschah nicht in Dorsten, sondern erst nach dem Wegzug der Kindsmutter in eine andere Stadt.

Die Stadtverwaltung Dorsten wird die Berichterstattung nun dezidiert aufarbeiten, mit den tatsächlichen Vorgängen abgleichen, die Chefredaktion der Ruhrnachrichten zu einem Gespräch darüber einladen und danach entscheiden, ob der Fall dem Deutschen Presserat mit der Bitte um Überprüfung übergeben wird.



 

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