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Mittagstisch
20.02.2019
10 Jahre Mittagstisch in der Altstadt

Jüngstes Kind der Dorstener Tafel feiert Geburtstag
„Hmm, wonach riecht´s denn heute?“ Neugierig kommen die ersten Gäste des Mittagstischs um kurz nach 12 Uhr ins Pfarrheim St. Agatha, wo sie gegen Vorlage des DORSTEN-PASSES ein leckeres 3-Gänge-Menu erwartet. Mittwochs und freitags kochen etwa 25 Frauen in 4 Teams im Wechsel ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Mittagessen für Menschen, die sich aufgrund finanzieller oder anderer Notsituationen kaum eine warme Mahlzeit leisten können.

Mittagstisch

Ein Euro kostet das Essen für Erwachsene, Kinder zahlen die Hälfte. Aber wenn am Ende des Geldes noch viel Monat übrig ist, ist auch dieser symbolische Beitrag noch viel: „Keiner muss hungrig nach Hause gehen!“, sagt Ingrid Winkel, seit gut einem Jahr Nachfolgerin von Anne Monheim in der Rolle der Koordinatorin des Mittagstischs. Hunger stillen ist das eine, dem Bedürfnis nach sozialen Kontakten einen Raum geben ist das zweite, nicht weniger wichtige Ziel dieser Einrichtung.

Seit 2004, kurz nach der Gründung der Tafel, bot die Dorstener Tafel einen Mittagstisch in Wulfen-Barkenberg an, anfangs im ‚Café Pott‘ im Jugendheim der Barbara-Kirche, ab März 2007 dann in den Räumen am Handwerkshof. Dieser ‚Barkenberger Mittagstisch‘ musste dann im Dezember 2013 eingestellt werden, „schweren Herzens“, betont Herbert Rentmeister, Vorsitzender des Dorstener Tafel e.V. Bei im Schnitt nur 6 oder 7 Gästen war der Aufwand nicht mehr vertretbar.

Auf der anderen Seite der Lippe beobachtete Pfarrer Franke von der Gemeinde St. Agatha die Entwicklung der Sozialstruktur im Bereich der Altstadt sehr genau und regte 2008 einen ‚Mittagstisch Altstadt‘ an, der dann am 18. Februar 2009 erstmals im Pfarrheim St. Agatha ein Mittagessen anbot.

Etwa 20 – 25 Menschen nehmen dieses Angebot seitdem an jedem Öffnungstag an.
Heute, zum Jubiläumstag, gab´s übrigens zwischen Vorsuppe und Vanillepudding als Nachtisch einen Rouladen-Topf mit Klößen und Rotkohl, ein Menu, das auch Bürgermeister Stockhoff, Schirmherr der Tafel und Gratulant, beim gemeinsamen Essen und im Gespräch mit den anderen Gästen sichtlich mundete. „Solch eine Hauptspeise gibt es aber nur zu Weihnachten und zum Jubiläum“, betonte Ingrid Winkel lachend, „üblich ist da eher ein schmackhafter Eintopf mit weniger Fleisch.“

Später am Nachmittag, als gespült und die Küche wieder hergerichtet war, setzten sich die Damen (und ein paar Herren), die früher und aktuell beim Mittagstisch ehrenamtlich engagiert waren und sind, zu einem gemütlichen Plausch bei Kaffee und Kuchen und einem Gläschen Jubiläumssekt zusammen.



 

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