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Aktuelles Dorsten


Aktuelles
06.07.2018
„ und eine von uns ist Jüdin…. ist das wichtig?“

Dorsten. Im Rahmen der Ausstellung „Jüdisches Leben im Vest/Kreis Recklinghausen“ beteiligt sich auch das Gymnasium Petrinum mit seinem Bildungspartner - dem Amt für Kultur und Weiterbildung – mit dem Projekt: Und eine von uns ist Jüdin……ist das wichtig? Schnell konnte der kom. Schulleiter Herr Hollenhorst gewonnen werden, die organisatorischen Voraussetzungen für das Vorhaben zu schaffen und das Amt für Kultur und Weiterbildung konnte mit Anna Adam eine erfahrene Künstlerin für die Ausführung gewinnen

Die Arbeit der Schüler/innen der Jahrgangsstufe 10, mit ihren Lehrern Frau Timmermann und Herrn Grave, wurde von Anna Adam dann vier Tage (02.-05.07.) geleitet.

Als Beitrag für die Ausstellung über jüdisches Leben im Vest beschäftigte sich die Gruppe auf dem Jüdischen Friedhof vor der Stadt mit den Grabsteinen und den Biografien der Verstorbenen. Die Spuren, die die Jugendlichen fanden, wurden in grafischen Arbeiten mittels einer zum Teil symbolischen Bildsprache verdeutlicht. Auf den zu schaffenden Bildtafeln für die Ausstellung wird es auch über QR-Codes Hinweise zu den Arbeiten der Schüler/innen geben die im Foyer der VHS in den nächsten 6 Wochen zu sehen sind. 

Die Arbeitsgruppe blieb nicht in der Vergangenheit stehen, sondern versuchte in die Gegenwart und Zukunft zu schauen. Der Jüdische Friedhof, der nach christlich/sakralem Verständnis als eine Art heiliger Ort interpretiert wird, ist für den jüdischen Glauben „heilig“ im Sinne von „bedeutsam“ bis in Gegenwart und Zukunft.

Bedeutsam fanden die Jugendlichen in ihrem eigenen Leben sehr unterschiedliche Dinge, für die sie in Gruppen sehr eigenwillige symbolische Plastiken erstellten. Es konnten religiöse Symbole sein, aber auch Element aus der Welt des Sports oder der Familie. Hier fand jeder für sein Wichtigstes (sein ganz privates Heiligtum) im Leben einen Platz, der von allen akzeptiert wurde. Auch das Jüdische Mitglied dieser Arbeitsgruppe wurde gleichberechtigt integriert. 

Die Zeichen für Religionszugehörigkeit als tolerierter individueller Ausdruck der Persönlichkeit, nicht als politisches oder ethnisches Attribut, nimmt dann dem Träger und der Trägerin z.B. die Möglichkeit sich außerhalb einer demokratischen Grundordnung zu stellen. Dieser Diskussionspunkt zum Umgang auch mit religiösen Minderheiten, war u.a. ein Ergebnis des Kunstworkshops und regt zu einer breiteren Diskussion an.