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Aktuelles Dorsten


Quartierskonzepts Barkenberg
15.11.2017
Übergabe des energetischen Quartierskonzepts Barkenberg an den Bürgermeister

Die Siedlung Barkenberg wurde 2016 nach einem Bewerbungsverfahren als eines von 20 Quartieren in den regionalen Ausrollprozess des „InnovationCity roll out“ einbezogen. Als erste Stufe erarbeitete die InnovationCity Management GmbH (ICM) und zwei weitere Unternehmen mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ein Quartierskonzept zur energetischen Erneuerung von Barkenberg. Dieser 194 Seiten umfassende Abschlussbericht wird am 14.11. vom Geschäftsführer der ICM, Herrn Burkhard Drescher, Herrn Bürgermeister Stockhoff übergeben. Wie die Maßnahmenvorschläge in den nächsten Jahren umgesetzt werden können, wird noch diskutiert.

Quartierskonzepts Barkenberg

Das Foto zeigt bei der Übergabe (v.l.): Bürgermeister Tobias Stockhoff, Rainer Thieken (CDU), Stadtbaurat Holger Lohse, Friedhelm Fragemann (SPD), Burkhard Drescher, Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH (ICM), Rüdiger Kühn (Sprecherkreis der Wulfen-Konferenz), Susanne Fraund (Grüne), Nadja Pleßmann (UBP) und Bernd Schwane (CDU). Foto: Stadt Dorsten

 

InnovationCity roll out – Wulfen-Barkenberg erhält Drehbuch für energetische Modernisierung

Dorsten, 14. November 2017 – Wie können in Wulfen-Barkenberg die CO2-Emissionen reduziert und die Energieeffizienz in den kommenden Jahren gesteigert werden? Die Antwort auf diese Frage liefert das Integrierte Energetische Quartierskonzept, das Burkhard Drescher, Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH (ICM), heute im Rathaus Bürgermeister Tobias Stockhoff übergibt. Wulfen-Barkenberg ist das zweite von insgesamt 20 Quartieren, für das ein solches Konzept im Rahmen des Projekts „InnovationCity roll out“ abgeschlossen wurde. Es bildet die Basis für ein mögliches Sanierungsmanagement, das Eigentümer unter anderem bei der energetischen Modernisierung von Gebäuden unterstützen kann.

„Durch das Projekt ‚InnovationCity roll out‘ konnten Basisdaten für mögliche Sanierungsmaßnahmen vor allem im Einfamilienhausbereich gesammelt und ausgewertet werden. Beim Stadtumbau Barkenberg ging es weitgehend um die Anpassung des Mietwohnungsbestands im Quartier; energetische Erneuerungsmaßnahmen wurden hierbei ausgespart. Die Mieter, ebenso wie die Einfamilienhausbesitzer, haben seither immer wieder gerade auch energetische Maßnahmen für ihre Häuser angefragt, deshalb liegt mir dieser Bereich sehr am Herzen“, betont Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff. Und Baudezernent Holger Lohse, der den Stadtumbauprozess persönlich begleitet hat, ergänzt: „ Wir haben in Barkenberg einen großen Bestand an Gebäuden mit technischen Standards aus den 1960er- und 70er-Jahren, die in Bezug auf Wärmedämmung und Umstellung der Heizungen zukunftsfähig gemacht werden können. Die aktuellen Ergebnisse sollen den Hausbesitzern dabei aufzeigen, wie sie kostengünstig und sinnvoll sanieren können.“

Burkhard Drescher, Geschäftsführer der ICM, erklärt: „Die von uns erstellten Konzepte bilden die Basis für eine energieeffiziente und zukunftsfähige Entwicklung von Quartieren im Ruhrgebiet und in der ganzen Bundesrepublik. Dabei untersuchen wir nicht nur einzelne Aspekte, sondern sehen das Quartier als Ganzes mit den unterschiedlichsten Faktoren und Herausforderungen. Für Wulfen-Barkenberg – wie auch für die anderen Quartiere im InnovationCity roll out – sind die Abschlussberichte ein Drehbuch für den klimagerechter Stadtumbau.“

 

Ergebnisse der Analysen

Die Analyse des Quartiers hat deutlich gemacht, dass verschiedene Potenziale bestehen, die mit unterschiedlichem Aufwand gehoben werden können. So wird der anstehende „Generationenwechsel“ eines der wichtigsten Themen in Wulfen-Barkenberg werden, bei dem Angebot und Nachfrage nach entsprechendem Wohnraum zusammengeführt werden muss. Zudem sollten die Nutzung von Solarenergie weiter ausgebaut und Neubauprojekte gefördert werden, um zusätzliche, sichtbare Impulse für das Quartier zu setzen. So kann ein positiver Wandel eingeleitet werden. Auch stadtplanerisch können durch eine Steigerung der Aufenthaltsqualität und eine Weiterentwicklung des Grünkonzepts weitere, indirekte Investitionsimpulse gesetzt werden.

In dem Quartierskonzept werden 20 Maßnahmen beschrieben, mit denen der Energieverbrauch der Bewohnerinnen und Bewohner teils deutlich reduziert werden kann. Dabei geht es beispielsweise um die energetische Modernisierung von Gebäuden, die mit Abstand zur größten Energieeinsparung beitragen kann. Weitere Ansätze bilden unter anderem die Modernisierung von Heizungen, allgemeine Stromeinsparungen aber auch Mieterprojekte zum Energiesparen und Energielotsen für fremdsprachige Haushalte. Besondere Bedeutung hat zudem die Beratung von Eigentümern hinsichtlich der an den Gebäuden durchzuführenden energetischen Maßnahmen.

 

Beteiligung bei der Konzepterstellung

Das Energetische Quartierskonzept erarbeitete die ICM in Zusammenarbeit mit der Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft und der RAG Montan Immobilien GmbH. Während der Konzeptphase wurden Akteure mit Bezug zu Wulfen-Barkenberg, so u.a. auch Vertreter der Wulfen-Konferenz, beteiligt, um Möglichkeiten zur Integration der jeweiligen Engagements in das Gesamtvorhaben zu prüfen.

Weiterhin wurden die Barkenberger über eine standardisierte Befragung in den Prozess eingebunden. Über 160 Teilnehmer beantworteten dabei beispielsweise Fragen zu anstehenden und erfolgten Modernisierungen, Beratungsinteresse sowie gewünschten Hilfestellungen.

Die Auswertung ergab unter anderem, dass alle Altersgruppen unter den Eigentümern ein hohes Interesse an einer Beratung zur energetischen Modernisierung haben. Dabei variiert jedoch die bevorzugte Art der Beratung: Während 20- bis 44-Jährige eine Beratung direkt am Gebäude bevorzugen, wünschen sich 45- bis 65-Jährige eher ein Beratungsangebot im Stadtteil sowie Informationsveranstaltungen und die Besichtigung von erfolgreich umgesetzten Modernisierungen. Wenig überraschend waren die Ergebnisse zu der Frage, warum Immobilien bislang energetisch ertüchtigt wurden. Hier standen mit dem Werterhalt und der Senkung von Energiekosten insbesondere finanzielle Aspekte im Vordergrund, während der Klimaschutz nur eine kleinere Rolle einnahm.

 

Drehbuch für Wulfen-Barkenberg

Die über die Konzeptphase gesammelten Analyseergebnisse wurden in dem ca. 200-seitigen Abschlussbericht ausgewertet und aufbereitet. Er ist somit ein „Drehbuch“ für ein mögliches der Maßnahmenumsetzung dienendes Sanierungsmanagement und die Grundlage für die energetische Erneuerung von Wulfen-Barkenberg. Da das Konzept verschiedene Daten enthält, die aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden dürfen, wurde zudem eine 20-seitige Kurzfassung erstellt, die u.a. unter www.icrollout.de heruntergeladen werden kann.

 

InnovationCity roll out

Der Name „InnovationCity roll out“ steht für eines der größten Projekte des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem 2010 gestarteten Projekt „InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop“ sollen auf das gesamte Ruhrgebiet ausgerollt werden. Ziel ist es, den einzigartigen, initial für Bottrop entwickelten Prozess auf weitere Städte im Ruhrgebiet zu übertragen. In insgesamt 20 ausgewählten Quartieren der Metropole Ruhr werden ganzheitliche Quartiersentwicklungen nach dem Vorbild der „InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop“ initiiert. Das Gesamtprojekt soll durch Analyse, Konzeptentwicklung und eine mögliche darauf folgende Umsetzung eine deutliche CO2-Reduktion erzielen und die „Energiewende von unten“ weiter vorantreiben. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)“.
Alle wichtigen Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Projekt des „InnovationCity roll out“ und Informationen zum Quartier Wulfen-Barkenberg finden sich unter www.icrollout.de.