Stadt Dorsten - Stadtmarketing-Initiative Dorsten 2010
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Stadtmarketing-Initiative "Dorsten 2010"

Wir sind nicht nur verantwortlich für das,
was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.
Molière

Das Handlungskonzept

Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Strukturwandels in Dorsten, insbesondere der Stilllegung der Zeche Fürst Leopold/Wulfen, der zunehmenden Bedeutung des Dienstleistungsbereichs sowie weicher Standortfaktoren für gewerbliche Ansiedlungen entschloss sich die Stadt Dorsten im Jahre 1999, im Rahmen eines extern begleiteten Stadtmarketingprozesses einen auf die nächsten 10 bis 15 Jahre orientierten Handlungsrahmen zur Stadtentwicklung "nach der Kohle" zu entwerfen.

In Anbetracht der Zechenschließung und der Innenstadtentwicklung der letzten Jahre steht die Zukunft des Arbeits-, Wohn- und Einkaufsstandortes Dorsten im Vordergrund der Stadtmarketing-Initiative. Angestrebt wird in erster Linie der Erhalt und die Stabilisierung einer lebendigen Innenstadt mit Erlebnischarakter, ergänzt durch funktionsfähige Stadtteilzentren mit einer gesunden Mischung von Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kommunikation und Freizeitgestaltung sowie eine Aufwertung der "Kleinen Hansestadt an der Lippe" als Freizeit- und Tourismusziel.

Insbesondere der gewachsene Altstadtkern erfüllt neben seiner Versorgungsfunktion, durch die historischen Bezüge, seiner Lage am Wasser (Wesel-Datteln-Kanal und Lippe) und die städtebaulichen Erweiterungsmaßnahmen wichtige, das städtische Image prägende Aufgaben. Großprojekte wie die Wiederherstellung der historischen Wall- und Grabenanlagen rund um die Altstadt sowie die Ost-Erweiterung der Fußgängerzone dienen der innerstädtischen Attraktivitätssteigerung und einer höheren Aufenthalts- und Erlebnisqualität.

Langfristiges Ziel ist, das Image der Flächenstadt Dorsten mit ihren sehr unterschiedlichen Stadtteilen bei der eigenen Bevölkerung, ansässigen und ansiedlungswilligen Unternehmen sowie auswärtigen Besuchern positiv zu stärken und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Als offener Planungs- und Entwicklungsprozess strebt die Stadtmarketing-Initiative eine kooperative Stadtentwicklung an, bei der alle für die Entwicklung Dorstens relevanten Akteure in öffentlich-privater Partnerschaft gemeinsame Ziele erarbeiten und konkrete Projekte umsetzen.

Der Stadtmarketingprozess

Zur Erarbeitung eines langfristigen Stadtmarketing- und Maßnahmenkonzeptes wurde die Stadt Dorsten 1999 in die Liste der vom Land Nordrhein-Westfalen über das Stadterneuerungsprogramm finanziell geförderten Städte aufgenommen. 30 Unternehmen unterstützten die Stadtmarketing-Initiative mit einem finanziellen Beitrag, sodass Anfang 2000 eine breite Basis für ein zukunftsweisendes Planungs- und Kommunikationsmodell geschaffen war.

Startphase:

Zusammen mit dem Kölner Beratungsunternehmen Econ-Consult entwickelten interessierte Bürger/innen sowie Vertreter/innen eines breiten Spektrums an Organisationen, Verbänden und der Wirtschaft im Rahmen einer öffentlichen Zukunftswerkstatt die Vision einer Stadt Dorsten im Jahre 2010. Die Ergebnisdokumentation liegt als Download vor. Eine (vorläufige) Lenkungsgruppe mit vorwiegend Vertretern und Vertreterinnen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung begleitete den weiteren Stadtmarketingprozess als Steuerungs- und Koordinierungsgremium.

Situationsanalyse:

Mit einer schriftlichen Befragung zufällig ausgewählter Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbebetrieben ging der Stadtmarketingprozess im Frühjahr 2000 in seine zweite Phase. Die Potenzialerhebung diente dazu, in Erfahrung zu bringen, wie die Dorstener ihre Wohnsituation, die Einkaufsmöglichkeiten, das Freizeitangebot und die Möglichkeiten bewerten. Darüber hinaus wurden auswärtige Besucher und touristische Zielgruppen befragt. Die Befragungen sollten Aufschluss geben über die gegenwärtige Situation der Unternehmen, von Kaufkraftzu- und -abflüssen und damit der Bedeutung von Dorsten als Mittelzentrum in der Ballungsrandzone zwischen Ruhrgebiet und Münsterland.

Stadtmarketingkonzept:

Basierend auf diesen Analyseergebnissen erarbeiteten interessierte Bürgerinnen und Bürger einen ersten Maßnahmenkatalog, welcher von Econ-Consult aufgegriffen wurde und in das Stadtmarketingkonzept Eingang fand. Eine Kurzfassung des im März 2001 fertiggestellten Stadtmarketing-Handbuches ist als Download abrufbar.

Auf der Grundlage der sich im Stadtmarketingkonzept herauskristallisierten Schwerpunktthemen etablierten sich in der Folge vier Initiativgruppen aus engagierten Personen:

  • City-Management
  • Stadt - Raum am Wasser
  • Kulturstadt Dorsten
  • Wirtschaftsstandort Dorsten

Diese Initiativgruppen definierten konkrete Maßnahmen für die weitere Arbeit und setzten diese um. Die Steuerung und Ergebniskontrolle dieses Prozesses übernahm mit Rückzug von Econ-Consult als Prozess-Moderator eine personell neu zusammengesetzte Lenkungsgruppe aus Vertretern und Vertreterinnen aus Wirtschaft, Ehrenamt, Politik und Verwaltung zusammen mit dem Koordinator der Stadtmarketinginitiative beim Planungs- und Umweltamt.

Das Haushaltssicherungskonzept der Stadt Dorsten und die gesamtwirtschaftliche Lage setzten den Aktivitäten jedoch einige Grenzen. So wurde u. a. die Absicht, die Stadtmarketing-Initiative als eine Art "Bürgerbüro für nicht hoheitliche Aufgaben" zu institutionalisieren, auf Grund fehlender Finanzierbarkeit vorerst zurückgestellt. Um den geplanten Handlungsansatz nicht gänzlich aufzugeben, wurde im August 2003 eine Stadt- und Gästeinformation eingerichtet.

Im Rahmen der finanziellen und personellen Möglichkeiten wird die Stadtmarketinginitiative weitergeführt. Schwerpunkte stellen die weitere Stärkung der Zentren dar, die Profilierung als "Stadt am Wasser" sowie die inhaltliche Ausgestaltung des Freizeit- und Tourismusleitplanes der Stadt Dorsten.

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Weitere Informationen:

Volker Deutsch, Planungs- und Umwelt/Stadtentwicklung, Tel.: 02362 66-4920, Fax: 02362 66-5761, E-Mail: volker.deutsch@dorsten.de

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