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Leistungen Hochwasserschutz

Hochwasserschutz

Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie

Grundsätzlich haben in Deutschland die Gemeinden bzw. deren Wasserverbände für den Schutz der Bevölkerung vor Hochwasser zu sorgen. Dabei kann sich der Hochwasserschutz aus einer Vielzahl von Maßnahmen zusammensetzen. In Dorsten sind z. B. die zum Hochwasserschutz angelegten Deiche an einer Vielzahl von Gewässern besonders augenfällig. Es muss allerdings jedem klar sein, dass es auch beim Hochwasserschutz keine 100%ige Sicherheit gibt.

Um die Hochwasserrisiken möglichst zu vermeiden sowie rechtzeitig Schutz und Vorsorge zu leisten, erließ die EU im Jahr 2007 eine „Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL). Diese Richtlinie bildet einen Rahmen für die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken für die Schutzgüter Mensch, Umwelt, Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeit.

Die Vorgaben der EU-Richtlinie wurden 2009 in das deutsche Wasserhaushaltsgesetz übernommen. Die Umsetzung der Ziele der HWRM-RL begann dann bereits vor 2011 mit der Bestandsaufnahme der Gewässer, bei denen vermutlich ein bedeutsames Hochwasserrisiko für die vier oben genannten Schutzgüter besteht.

In Dorsten sind das:

  • Lippe
  • Hammbach
  • Midlicher Mühlenbach
  • Rapphofsmühlenbach
  • Schölsbach
  • Wienbach

Detaillierte Informationen zur Ermittlung der Gewässer mit potenziellem signifikantem Hochwasserrisiko, zur Feststellung der Hochwassergefährdung und zur Maßnahmenplanung bzw. zur Hochwasserrisikomanagementplanung allgemein können Sie der Internetseite

www.flussgebiete.nrw.de

entnehmen.

Für die nach der vorläufigen Bewertung als Risikogebiete eingestuften Gewässerabschnitte wurden Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten erstellt. Mithilfe dieser Karten erkennen Sie, wo in Dorsten konkret Gefahren und Risiken durch Hochwasser bestehen. Weitere Informationen und die Karten finden Sie im Internet unter:

www.flussgebiete.nrw.de/index.php/HWRMRL/Risiko-_und_Gefahrenkarten

 

Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten

Basierend auf der Bestandsaufnahme hat die Bezirksregierung Münster für die betroffenen Risikogewässer bis Ende 2013 Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten erstellt. Diese Karten erfassen die Gebiete, die bei Hochwasserereignissen überflutet würden beziehungsweise durch Deichanlagen geschützt sind oder bei einem extremen Hochwasser (HQextrem) ohne Deichschutz überflutet würden.

Bei den Hochwasserereignissen werden folgende Szenarien unterschieden:

HQ 10
kennzeichnet ein Hochwasser, das mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit eintritt, im Mittel alle 10 Jahre

HQ 100
kennzeichnet ein Hochwasser mit mittlerer Wahrscheinlichkeit (alle 100 Jahre)

HQextrem
Diese Hochwasser treten statistisch wesentlich seltener als 100 Jahre auf (niedrige Wahrscheinlichkeit)

 

Gefahrenkarten
Gefahrenkarten informieren über die mögliche Ausdehnung und Tiefe einer Überflutung. Es wird dargestellt, welches Ausmaß der Überflutung bei einem häufigen Hochwasser, bei einem mittleren Hochwasser und bei einem seltenen Hochwasser eintritt.

In den Gefahrenkarten sind jeweils für die oben angegebenen Szenarien dargestellt:

  1. Blau eingefärbte Flächen, die bei Hochwasser überflutet werden. Die Farbintensität zeigt die unterschiedlichen Wassertiefen an. Je dunkler das Blau, desto tiefer ist das Wasser an der überfluteten Stelle
  2. Strömungspfeile und Fließgeschwindigkeiten sowie Hochwasserschutz-einrichtungen.
  3. Gelb und orange eingefärbte Flächen sind bis zu einem gewissen Wasserstand durch Deichanlagen geschützt. Die unterschiedlichen Farben zeigen an, wie hoch die Überflutung wäre, wenn der Schutz nicht gegeben wäre oder ihre Bemessungsgrenze überschritten wird.

In den Karten für seltene Hochwasser sind diese Flächen entsprechend alle blau markiert, wenn man davon ausgeht, dass Deiche und andere Schutzanlagen nicht zurückhalten.

 

Risikokarten

Risikokarten zeigen die Nutzungen (Siedlungsflächen, Kulturgüter, Schutzgebiete, Wirtschaftsbetriebe und wirtschaftlich bedeutende Infrastruktureinrichtungen), wie sie unter den drei Hochwasserszenarien HQ 10, HQ 100 und HQextrem betroffen sind.

Das zu erwartende Schadensausmaß bei Hochwasser hängt dabei im Wesentlichen von der Bebauung und den vorhandenen Nutzungen und Werten ab.

In den Karten ist zu erkennen, wo ein Risiko für empfindliche Nutzungen vorhanden ist, ob z.B. das Risiko für die menschliche Gesundheit oder für wirtschaftliche Werte besonders groß ist und für welche Bereiche Maßnahmen zur Risikominderung entwickelt werden sollen.

In den Risikokarten sind jeweils für die drei Hochwasserszenarien dargestellt:

  1.  Tatsächliche Flächennutzung
    (unter anderem Wohnbauflächen, Landwirtschaftlich genutzte Flächen, Industrie- und Gewerbeflächen)
  2. Betroffene Einwohner (statistisch hochgerechnet)
  3. Schutzgebiete (unter anderem Wasserschutzgebiete)
  4. Gefahrenquellen (IVU-Anlagen gemäß Richtlinie 96/61/EG über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung IVU-Richtlinie (1996)). Das sind Industriebetriebe, die aufgrund der Produktionseinrichtungen oder der verwendeten beziehungsweise gelagerten Stoffe die Umwelt im Überflutungsfall gefährden können. Zu IVU-Anlagen zählen beispielsweise Betriebe der metallverarbeitenden und chemischen Industrie sowie Anlagen zur Abfallbehandlung.
    Handlungsbedarf besteht, wenn die Anlagen im Überflutungsgebiet liegen.

Alle Hausbesitzer, Unternehmer oder Infrastrukturbetreiber können anhand der Karten überprüfen, ob Ihr Eigentum potenziell gefährdet ist, und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

 

Was ist dabei zu beachten

Die oben genannten Hochwasserkarten werden von der Bezirksregierung erstellt und alle sechs Jahre aktualisiert und angepasst. Diese Karten bilden die Gefahren an unseren Hauptgewässern ab. Häuser und Bauten, die zurzeit nur an diese Hochwasserzonen angrenzen, können durch noch extremere Ereignisse dennoch durch Hochwasser geschädigt werden.

Sturzfluten und die mögliche Gefahr an Nebengewässern sind in diesen Karten nicht abgebildet – hierzu gibt es noch keine Kartenwerke.

Grundsätzlich sollte/muss sich jeder Anlieger auch selber mit der Örtlichkeit, dem Gelände und der möglichen Gefährdung vertraut machen, um sich selbst und andere schützen zu können!

 

Weitere Informationen z.B. unter:

www.bbk.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/BBK/DE/2016/PM_Starkregen-Hochwasser.html

Mit dem Wasser leben – Hochwasserschutz NRW, MKULNV 2011

Hochwasserschutzfibel, Ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung 2010

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