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Ehrenbürger der Stadt Dorsten

1846: Joseph Rive (1771-1863), Landgerichtspräsident zu Trier und Vorstand der Trierer Familie Rive, war erster Ehrenbürger der Stadt Dorsten. Die Stadtverordnetenversammlung verlieh ihm diese Ehre zu seinem 50-jährigen Dienstjubiläum am 19. März 1846. In seinem Testament bedachte er das St. Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten mit einer Jahresrente von 100 Reichtalern.
Der Dorstener Ignaz Rive, ein naher Verwandter, begründete die Ignaz-Rive-Stiftung.

1868: Dr. Johann Heinrich Franz Drecker (1792-1880), Geheimer Sanitätsrat, war Kreisphysikus in Recklinghausen. Anlässlich seines 50-jährigen Berufsjubiläums wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Dorsten 1868 verliehen.

1919: Ferdinand Jungeblodt (1839-1922), Justizrat, war Magistratsmitglied, Stadtverordneter und Kreistagsabgeordneter. Seine Verdienste um die heimische Wirtschaft und das Gymnasium würdigte Dorsten mit der Ehrenbürgerschaft, die der inzwischen Achtzigjährige am 28.12.1919 erhielt.

1961: Wilhelm Norres (1881-1975), Pyrotechnischer Ingenieur und Fabrikant, war Mitglied der Zentrumspartei, aktiv im Magistrat und Beigeordneter in den Jahren 1924 bis 1933. Nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches setzte er 1946 seine politische Arbeit als Stadtverordneter bis 1964 fort. Er ist einer der Mitbegründer der Dorstener CDU und Vater der Stadtwerke in Dorsten.
Die Wilhelm-Norres-Stiftung bemüht sich um Ausgleich, Harmonie und Toleranz im Kreise der Ratsmitglieder.

1963: Paul Schürholz (1893-1972), Kaufmann und ehemaliger Bürgermeister der Stadt Dorsten, war Mitglied der Zentrumspartei. An seinem 70sten Geburtstag wurde er für seine Verdienste um die Stadt Dorsten ausgezeichnet. Seit 1933 vertrat er die Zentrumspartei im Rat der Stadt Dorsten, 1948 wurde er zum Bürgermeister gewählt und bekleidete das Amt bis 1964. Er hat sich besonders um den Wiederaufbau der stark zerstörten Innenstadt verdient gemacht.

1972: Tisa von der Schulenburg (1903-2001), Künstlerin und Ordensfrau Schwester Paula, galt als eine Zeitzeugin des Jahrhunderts.
Die Arbeiten der Künstlerin haben über Jahrzehnte das Leben in Dorsten begleitet - sie hingen in Schulen, Verwaltungsgebäuden und Privathaushalten der Stadt.
Das Leben der Adelsfrau, Künstlerin und Ordensfrau war auf einzigartige Weise erfüllt von sozialem Engagement und künstlerischer Schaffenskraft - das zeichnet ihr Werk und ihre Persönlichkeit aus.
Als Protestantin geboren am 7. Dezember 1903 in Mecklenburg, konvertierte die Künstlerin 1949 zum katholischen Glauben und wurde damit zur "Schwester Paula", die in Dorsten lebte und wirkte, die engagiert Stellung für die Bergarbeiter der örtlichen Schachtanlage bezog, als mit den Zechenschließungen der Verlust tausender Arbeitsplätze drohte. Schwester Paula prägte darüber hinaus über Jahre die Kunsterziehung in der Stadt. Die Ehrenbürgerrechte erhielt sie am 16.09.1972 aus der Hand von Hans Lampen, seinerzeit Bürgermeister der Stadt Dorsten.
Die Tisa-von-der-Schulenburg-Stiftung verwaltet heute ihr Werk und vergibt einen Förderpreis.

1986: Hans Lampen (1923-2005), ehemaliger Bürgermeister von 1964 bis 1984, war auf der Dorstener Hardt geboren. Der Vermessungstechniker fand seine politische Heimat in der CDU, er machte sich um die Stadt verdient und engagierte sich in den Städtepartnerschaften und auf sozialer Ebene. Neben der Auszeichnung mit dem Ehrenbürgerrecht der Stadt Dorsten 1986 wurde er für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Verdienstorden 1. Klasse ausgezeichnet.

2011: Sr. Johanna - bürgerlich Ruth Eichmann (1926), Gründerin des Jüdischen Museums, langjährige Oberin des Ursulinenkonvents und Leiterin des St. Ursula-Gymnasiums in Dorsten, erhielt die Urkunde des Ehrenbürgerrechts am 12. Mai 2011.

Die Autorin zahlreicher Bücher über das Leben deutscher Juden im Nationalsozialismus, die auch Mitautorin der Reihe "Dorsten unterm Hakenkreuz" ist, hat viele Jahre als Lehrerin, später als Leiterin der Ursulinen Schulen gewirkt. Viele ehemalige Schülerinnen erinnern sich in Dorsten lebhaft an die reformfreudige Pädagogin.

Schwester Johanna ist eine Mitbegründerin des Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten, in der sie sich seit eh und je für die Aufarbeitung der christlich-jüdischen Vergangenheit und um eine lebendige Erneuerungsarbeit bemüht.