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02.03.2015
Regionale 2016: Chamäleon auf zwei Rädern rollt durch die Region

Bild Mobiler BotschafterEnes Yagci entwickelt mit seiner Bachelorarbeit den mobilen Botschafter

Den Schraubenzieher in der rechten Hand, die technische Zeichnung in der linken: Wenn Enes Yagci werkelt und tüftelt, ist er in seinem Element. Probleme gibt es dann nicht, nur Herausforderungen und Lösungen. Seine Bachelorarbeit ist dafür bester Beweis: Sie rollt künftig auf zwei Rädern durch die Region. Der 27-jährige angehende Produktdesigner hat einen „mobilen Botschafter“ für die Regionale 2016 entworfen und gebaut.

Mobiler Botschafter? Hinter dem Begriff verbirgt sich ein Lastenrad mit Elektroantrieb, das sich dank des Tüftlergeistes von Enes Yagci mit wenigen Handgriffen in einen Infostand verwandeln lässt. Die Regionale 2016 Agentur hatte sich das Rad im vergangenen Jahr zugelegt. Schnell entstand die Idee, das Gefährt auch auf Veranstaltungen zu nutzen. „Das Rad sorgt für Aufmerksamkeit, wenn man damit unterwegs ist. Deshalb wollten wir es auch als mobilen Stand nutzen. Nur auf die Frage, wie das konkret aussehen kann, haben wir keine Lösung gefunden“, erklärt Dr. André Wolf, Mobilitätsexperte der Agentur.

An diesem Punkt kam dann die Fachhochschule Münster ins Spiel: Der Fachbereich Design erklärte sich bereit, die Aufgabe im Rahmen einer Bachelorarbeit auszuschreiben. Enes Yagci griff kurz entschlossen zu. „In meiner Freizeit schraube ich gerne an Fahrrädern herum. Das Thema passte also perfekt“, sagt Enes. Im Herbst des vergangenen Jahres legte er los. „Zunächst habe ich recherchiert: gibt es bereits ähnliche Konstruktionen? Und in der Tat: Ob Biertheke oder Kaffeestand – es gibt ausgefallene Konstruktionen für Lastenräder“, erklärt Enes.

Der mobile Botschafter der Regionale 2016 hielt jedoch eine besondere Kopfnuss parat: Das Rad sollte sich vom Fahrrad zum Infostand und zurück „verwandeln“ können, mit möglichst mit wenigen Handgriffen und ohne viel Werkzeug – quasi ein Chamäleon auf zwei Rädern. „Ich habe zunächst über eine Konstruktion mit Teleskoptechnik wie bei ausfahrbaren Tischbeinen nachgedacht. Funktionierte aber nicht. Dann über Hubsysteme, die bei Bürostühlen zum Einsatz kommen – aber auch dies war nicht optimal“, erklärt Enes Yagci. Die entscheidende Idee kam dann in Form eines Scherensystems: mit Hilfe einer hydraulischen Hebebühne lassen sich die beiden seitlich am Fahrrad angebrachten Platten zusammenfahren. Auf der Suche nach dem richtigen Material fand Enes Unterstützung in der Region: Das Unternehmen „CFF“ aus Dülmen stellte die beiden Tischplatten, gefertigt aus einem Verbundwerkstoff aus Papier und Harz, kostenfrei zur Verfügung.

Am Computer wurde ein 3D-Modell erstellt, anschließend ging es ans Schrauben. „Das war noch einmal nervenaufreibend, weil auf einmal Herausforderungen aufgetreten sind, die man vorher nicht simulieren konnte. Deshalb bin ich umso zufriedener, dass am Ende ein so gutes Ergebnis herausgekommen ist“, sagt Enes. Das sahen die Prüfer an der Uni Münster und die Mitarbeiter der Regionale 2016 Agentur ebenso. „Perfekt, genau das, was wir uns erhofft hatten. Der mobile Botschafter ist bereit, auf Tour zu gehen“, sagt Dr. André Wolf. Einen Spitznamen hat das Gefährt bereits erhalten: „RUDi“, die Abkürzung für Regionale-Universal-Dienstrad. Zum ersten Mal zum Einsatz kommen wird RUDi auf der Messe „Radtrends“ am 11. und 12. April in Bocholt.

Enes hat sich mittlerweile schweren Herzens von seiner Arbeit getrennt – dies aber mit einem guten Gefühl und dem Bachelortitel in der Tasche. „Bei einer ersten Präsentation habe ich Anfragen erhalten, wo man das Rad mieten kann und wann es auf den Markt kommt. Das macht einen schon stolz.“